Spirituellen Missbrauch erkennen, vorbeugen, intervenieren
09.03.2026

Spirituellen Missbrauch erkennen, vorbeugen, intervenieren

Im September 2024 fand im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen das erste Symposium zu Interventionsmöglichkeiten gegen spirituellen Missbrauch statt. Ziel der Fachtagung war es, konkrete Interventionswege zu erarbeiten und Handlungsempfehlungen für katholische Verantwortungsträger zu entwickeln. Eingeladen waren internationale Expertinnen und Experten aus Theologie, Psychologie, weltlichem Recht und Kirchenrecht.

Das Buch „Spirituellen Missbrauch verhindern. Wegweiser für Prävention und Intervention“ dokumentiert die Ergebnisse dieses Symposiums. Das Buch liegt bereits in der 2. Auflage vor; zudem ist inzwischen eine englische Übersetzung als Book-on-Demand-Ausgabe erhältlich.

Bei spirituellem Missbrauch wird geistliche oder spirituelle Autorität missbraucht, um Menschen zu manipulieren, ihre Gedanken zu kontrollieren oder andere Formen von Missbrauch zu ermöglichen. Die Zahl der Fälle im kirchlichen Umfeld ist beträchtlich, die Folgen für Betroffene sind tiefgreifend und langanhaltend. Umso dringlicher ist es, dieses Phänomen weder zu ignorieren noch zu verharmlosen. Kirche und Gesellschaft stehen vor der Aufgabe, Betroffene ernst zu nehmen, Unterstützung anzubieten und wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln.

Das Buch „Spirituellen Missbrauch verhindern“ bietet fundierte Orientierung, indem es Perspektiven aus Psychologie, Kirchenrecht, Theologie und weltlichem Recht zusammenführt. Es klärt zentrale Begriffe, liefert Definitionen und sensibilisiert – unter Einbeziehung aktueller psychologischer Erkenntnisse – für gefährliche Machtstrukturen in Organisationen und Systemen. Zugleich zeigt er konkrete Interventionsansätze auf. Beispiele und Erfahrungen aus der Präventionsarbeit geben wertvolle Impulse für die Beratung Betroffener.

Ein eigener Abschnitt mit Handlungsempfehlungen für Verantwortliche bietet eine praxisnahe Zusammenfassung. „Das Buch ist kein theoretisches Papier, sondern ein echter Wegweiser“, betont Ulrike Gentner, stellvertretende Direktorin des Heinrich Pesch Hauses. „Es liefert genau die Orientierung, die in Pfarreien, Bildungshäusern, Ordensgemeinschaften und Diözesen jetzt gebraucht wird – ohne Verharmlosung, ohne Ausflüchte.“

Ulrike Gentner/Peter Hundertmark (Hgg.)
Spirituellen Missbrauch verhindern. Wegweiser für Prävention und Intervention
Echter Verlag
ca. 260 Seiten
2. Auflage 2026
ISBN 978-3-429-06809-7

Die englische Ausgabe „Preventing Spiritual Abuse. A Guide for Prevention and Intervention“ ist ab sofort als Book-on-Demand (ISBN-13: 9783695136483) erhältlich.

Wer sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet weiterführende Informationen in einem Interview mit Ulrike Gentner, Direktorin Bildung im Heinrich Pesch Haus, Dr. Peter Hundertmark, Referent für Spirituelle Bildung, und Marcus Wüstefeld, Justiziar im Bistum Speyer, über spirituellen Missbrauch und seine Gefahren.

Hier geht es zum Interview

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