Rund 90 Gäste waren dabei: Familie, Freunde, Kollegen und Wegbegleiter aus Rugels vielfältigen Engagements.
Mit den Letzten Gelübden bindet sich ein Jesuit endgültig an die Gesellschaft Jesu. Der Ordensmann erneuert dabei die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams, die er schon bei seinem Eintritt abgelegt hat. Die Letzten Gelübde bestätigen eine Gemeinschaft, die meist schon viele Jahre besteht. Bei Matthias Rugel, der die Versprechen vor seinem Superior, P. Tobias Zimmermann SJ, ablagte, sind es 14 Jahre.
Den Gottesdienst leitete P. Tobias Zimmermann SJ, Superior der Ludwigshafener Jesuiten-Kommunität. P. Johann Spermann SJ und P. Ralf Klein SJ konzelebrierten. „Heute sagen der Orden und Matthias bewusst Ja zueinander“, sagte Zimmermann in seiner Predigt. Die Gelübde verstehe er als ein Ja dazu, gemeinsam unterwegs zu sein und gemeinsam Dienst für Gott zu tun.

In seiner Predigt griff Zimmermann das Gleichnis vom Sämann auf. Er beschrieb, wie Rugel oft mit leuchtenden Augen vom Radfahren zurückkehre, weil er wieder einen Garten Gottes entdeckt habe. „Du bringst Menschen zusammen“, sagte Zimmermann. Er wünschte Rugel den Blick für die Gärten Gottes und für Orte, an denen Hoffnung wächst: Menschen, die mit ihm säen und ernten und auch seinen eigenen Boden bestellen. Vielleicht liege genau darin der Sinn der Gelübde, so Zimmermann: „Gott zuzutrauen, dass er aus einem Leben Frucht wachsen lässt, dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.“
Matthias Rugel ist promovierter Philosoph. Nach einem Mathematik- und Theologiestudium arbeitete er zunächst als Softwareentwickler in einem Unternehmen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Philosophie in München. 2012 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Heute arbeitet er im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen, in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Familienbildung und im seelsorglich-spirituellen Bereich.
Über seine Letzten Gelübde sagt Rugel: „Ich unterzeichnete im Vorfeld einen Text, dass ich die Gesellschaft Jesu wie eine Mutter annehme und auch wie um eine Mutter um sie sorgen will. Ich finde, das beschreibt mein gewachsenes Verhältnis zur Institution recht gut. Ich will die Menschen in ihr sehen, die mir Gutes wollen, und mit ihnen will ich mich für die Gemeinschaft und für das einbringen, was uns Jesuiten eint: ‚den Seelen zu helfen‘, wie Ignatius sagt.“ (ako)