Der Existenzbeweis eines Vollkommenen als prekäre Schnittstelle von Mathematik, Philosophie und Religion

Gott beweisen?

20. Apr. 2020, 19:30 bis 21:00 Uhr

Gottesbeweise sind seit jeher Auslöser von Kontroversen. Schon im Mittelalter widersprach der Mönch Gaunilo der Überlegung des Anselm von Canterbury, dass es ein größtes Wesen geben muss – sonst wäre Gedacht-Werden mehr als das Existieren. Dieses „ontologische“ Argument hat die philosophische Auseinandersetzung über Jahrhunderte hinweg beschäftigt. Immanuel Kant vertrat, dass die Existenz Gottes grundsätzlich nicht bewiesen werden kann. Von dieser Einsicht unbeeindruckt legte Kurt Gödel im 20. Jahrhundert einen Gottesbeweis vor. Es fragt sich freilich, ob der Mathematiker und seine Vorgänger damit den Gott der Religionen aufzuweisen versuchen.

Was kann ein Beweis überhaupt leisten? Dazu kommt: Kant und seine Vorgänger verstehen unter Beweis etwas ganz anderes als zeitgenössische Denker wie Gödel. Der Unterschied betrifft das Verhältnis von „Beweis“ und „Wahrheit“.

Referentin: PD Dr. Christina Schneider, Promotionen in Mathematik und Philosophie, arbeitete am Lehrstuhl für Statistik an der LMU München, lehrt dort Philosophie und publizierte u. a. zu Leibniz, zur Metaphysik und zur menschlichen Freiheit.

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit der Pater Rupert Mayer-Gilde.

Kostenbeitrag: frei, Spende erbeten


Veranstaltungsort
Heinrich Pesch Haus - Katholische Akademie Rhein-Neckar

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Kategorien

Religion & Spiritualität


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