Mittwoch, 11.11.2026 - Sonntag, 15.11.2026 - 19:00 - 13:00 Uhr
Veranstaltungsort
Heinrich Pesch Haus - Katholische Akademie Rhein-Neckar
Spirituelle Erfahrungen gehören zu den stillen und oft schwer fassbaren Dimensionen menschlichen Erlebens. Sie zeigen sich häufig nicht zuerst in Gedanken oder religiösen Begriffen, sondern in körperlichen Resonanzen: als Weite, Sammlung, Berührung, Ruhe, Offenheit, manchmal auch als Leere, Widerstand, Schweigen oder ein zunächst kaum benennbares inneres Empfinden.
Diese Fortbildung lädt dazu ein, das Verhältnis von Eugene T. Gendlins Focusing und spiritueller Erfahrung neu zu erkunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich das, was Menschen als heilig, tragend, sinnstiftend oder transzendent erleben, im Körper, im Felt Sense und im inneren Prozess zeigen kann – und wie solche Erfahrungen achtsam, differenziert und verantwortungsvoll begleitet werden können.
Ausgangspunkt ist die Haltung des Focusing: innehalten, dem Körper zuhören, dem noch Unklaren Raum geben und wahrnehmen, wie sich Bedeutung schrittweise bildet. Spirituelle Erfahrung wird dabei nicht hergestellt und nicht erklärt. Sie kann sich zeigen – als etwas Stimmiges oder Offenes, als Trost oder Frage, als Nähe oder Nicht-Wissen.
Ziele der Fortbildung
Die Fortbildung möchte dazu beitragen,
• die Wahrnehmung für körperlich getragene spirituelle Erfahrung zu vertiefen
• Felt Sense und spirituelle Resonanz differenzierter unterscheiden zu lernen
• vertraute religiöse Muster, innere Bilder und persönliche Prägungen bewusster wahrzunehmen
• Sicherheit im Begleiten spirituell geprägter Prozesse zu gewinnen
• innere Offenheit mit fachlicher Unterscheidung zu verbinden
Ein besonderes Ziel ist es, eine Haltung einzuüben, in der spirituelle Tiefe in ihrer Eigenart wahrgenommen werden kann.
Inhalte der Fortbildung
• Wie sich spirituelle Erfahrung im Körper und im Felt Sense zeigen kann
• Das Heilige als offener Erfahrungsraum: Weite, Berührung, Leere, Schweigen, Widerstand
• Unterscheidung zwischen unmittelbarer Wahrnehmung, religiöser Prägung und vertrauten inneren Mustern
• Spirituelle Prozesse als psychologisch, biografisch und körperlich mitgeprägte Erfahrungsbewegungen
• Crossing und die Entstehung neuer Bedeutung im inneren Prozess
• Innere Anteile im Zusammenhang spiritueller Erfahrung: Kritiker, Wächter, Ideale und Schutzbewegungen
• Schwellenräume wie Leere, Nicht-Wissen, Angst oder Überhöhung
• Fragen der Unterscheidung: Was öffnet? Was stabilisiert? Was schützt? Was vermeidet?
• Haltung und Verantwortung in der Begleitung spiritueller Prozesse
Arbeitsweise
Die Fortbildung folgt einem erfahrungsbasierten, prozessorientierten Ansatz. Gearbeitet wird mit:
• Focusing in Einzel-, Tandem- und Gruppenprozessen
• wiederkehrendem Freiraumschaffen als Grundlage innerer Achtsamkeit
• stillen Wahrnehmungssequenzen
• Schreibmeditation
• Arbeit mit inneren Bildern und persönlicher Landkarte
• Körperarbeit mit Tai Chi / Qigong
• gemeinsamer Reflexion im Plenum
Texte aus unterschiedlichen spirituellen Traditionen begleiten einzelne Einheiten.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an:
• Focusing-Begleiter:innen
• Therapeut:innen
• Seelsorger:innen
• Geistliche Begleiter:innen
• Exerzitienleiter:innen
• Menschen in beratenden und psychosozialen Arbeitsfeldern
• Interessierte
Teilnahmevoraussetzung
Vorausgesetzt werden Focusing-Grundkenntnisse, insbesondere ein abgeschlossener Basiskurs oder eine vergleichbare Erfahrung.
Die Fortbildung ist kein Einführungskurs, sondern eine vertiefende Weiterbildung an der Schnittstelle von Focusing, spiritueller Erfahrung und Begleitung.
Leitung
Ulrike Gentner
Johann Spermann SJ
Tobias Zimmermann SJ
Veranstalter
Deutsches Focusing Institut Würzburg
Heinrich Pesch Haus
Insight

Kurskosten: 520,– €
Unterkunft/Verpflegung im HPH: 580,- € (Beginn mit Abendessen am Mittwoch um 18 Uhr, Ende mit Mittagessen am Sonntag um 13 Uhr)
Verpflegung ohne Übernachtung im HPH: 220,– € (Beginn mit Abendessen Mittwoch um 18 Uhr, Tagungsgetränke, Mittagessen, Nachmittagskaffee)
Bild: pixabay/msandersmusic