Aufbau einer Kultur des Schutzes muss oberste Priorität haben
07.03.2022

Aufbau einer Kultur des Schutzes muss oberste Priorität haben

Am Ende konnten die 130 Teilnehmer*innen ein ganzes Bündel an Informationen und Ideen für die Umsetzung an ihren Schulen mit nach Hause nehmen.

Kinderschutztagung des europäischen Jesuiten-Schulnetzwerks JECSE im HPH beendet

Während der Konferenz lernten die Teilnehmer*innen, die aus 23 Ländern an den Rhein gekommen oder online zugeschaltet waren, bei zahlreichen Vorträgen von Expert*innen den aktuellen Stand der Forschungen über Missbrauch von Minderjährigen und die Präventionsmaßnahmen in den europäischen Ländern kennen. Vielfältige thematische Workshops boten den Raum zur Vertiefung des Themas, zum Erfahrungsaustausch und zum Praxistransfer. Die Teilnehmenden nutzten den geschützten Raum, um heikle Fragen wie auch Herausforderungen mit Gleichgesinnten und Fachleuten zu diskutieren. Zudem erarbeiteten die Netzwerk-Mitglieder Werkzeuge, um das Thema Prävention in ihren Schulgemeinschaften zukünftig noch besser aufgreifen und gestalten zu können.

“Fliegende Expertenteams” zur Unterstützung

“Diese Konferenz ist Teil des umfassenderen Unterstützungsprogramms, das wir unseren Schulen anbieten”, sagte Agnieszka Baran, Direktorin des Jesuit European Committee for Primary and Secondary Education (JECSE). In einem nächsten Schritt sei geplant, Webinare zu Fragen des Kinderschutzes zu veranstalten und eine praktische Veröffentlichung zu diesem Thema vorzubereiten. “Außerdem möchten wir so genannte `fliegende Expertenteams´ bilden – Teams, die Schulen bei der Umsetzung des Kinderschutzes unterstützen und begleiten”, blickte die JECSE-Direktorin in die Zukunft.

Kultur des Dialogs ist notwendig

Ulrike Gentner, Direktorin des Zentrums für Ignatianische Pädagogik (ZIP), begrüßte vor allem die zahlreichen Informationen, Ideen und Werkzeuge für die Umsetzung und Weiterentwicklung, die die Konferenz-Teilnehmer*innen mit nach Hause nehmen konnten und die für die Praxis hilfreich seien. „Wir müssen konsequent eine Kultur gestalten, die auf einem tiefen Respekt vor der Menschenwürde beruht. Der Schwerpunkt liegt auf der `cura personalis´ als Kern der jesuitischen Erziehung“, fasste sie die Ergebnisse der Konferenz zusammen. Eine Kultur des Dialogs, der Transparenz und der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sei notwendig.

Kultur des Schutzes für die Bildung des ganzen Menschen

José Mesa SJ, Sekretär für Bildung der Gesellschaft Jesu, Rom, bezeichnete die Konferenz als „wichtigen Schritt, um den Prozess voranzubringen“. Er schätze das große Engagement der Teilnehmer*innen und die Möglichkeit, bewährte Praktiken in diesem wichtigen Bereich der jesuitischen Bildung auszutauschen. „Ohne eine Kultur des Schutzes ist unsere Bildung des ganzen Menschen nicht möglich. Unser erneutes Engagement für den Aufbau dieser Kultur in unserer Schule muss eine Priorität sein“, forderte José Mesa SJ. (ako)