„Ethisch erfolgreich wirtschaften“ bei der Baumarktkette Hornbach

„Werte, die altmodisch klingen mögen“

„Markt und Moral sind keine Gegensätze, sondern sie wirken zum Wohle der Menschen zusammen.“ Davon ist Albrecht Hornbach, Vorsitzender des Vorstands der Hornbach Holding AG, überzeugt. Wie „Ethik“ und „Wirtschaften“  in der Baumarktkette Hornbach zusammenwirken, darüber berichtete er beim „Aschermittwoch der Wirtschaft“ vor rund 170 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern.

Pater Gangolf Schüßler SJ  stellte den Referenten anhand eines Portraits in der Süddeutschen Zeitung vor. Darin werden seine Bescheidenheit und Zurückhaltung angesprochen sowie seine Überzeugung, dass das Gespräch mit den Mitarbeitern und eine gute Atmosphäre immens wichtig sind für den Erfolg des Unternehmens. Als ein großes Ziel formulierte er in diesem Bericht, das Unternehmen als Familienunternehmen zu erhalten.

Dass „Hornbach“ bereits in fünfter Generation als Familienunternehmen besteht, ist für Albrecht Hornbach einer von zehn Erfolgsfaktoren, die er in seinem Vortrag aufzählte. Eng damit verbunden sind flache Hierarchien, gute Kommunikation nach innen und außen sowie eine hohe Ausbildungsquote und geringe Fluktuation.

„Wir sind anders“, sagte er stolz. Zufrieden ist Hornbach auch damit, dass seine Baumärkte ein „unverwechselbares Profil als Projektbaumarkt“ besitzen und beste Bewertungen bei Kundenbefragungen erhalten. „Wir expandieren ohne zu akquirieren“, betonte er im Hinblick auf Wachstum. „Absolute Transparenz“ gebe es bei der Geschäftsentwicklung – übrigens sei dies auch eine Bedingung gewesen beim Börsengang des Unternehmens.

Im Hinblick auf die rund 15.000 Beschäftigten hat Hornbach ebenso klare Vorstellungen: Er fordert „intelligente und engagierte Mitarbeiter“, dafür werden viele Investitionen in Qualifizierung getätigt, und der Vorstandsvorsitzende legt großen Wert auf eine „gesunde Balance von Beruf und Privatleben“.

„Wir glauben an Werte, die altmodisch klingen mögen“, führte Albrecht Hornbach weiter aus, und: „Wir verstehen uns als gutes Unternehmen“. Diese Einschätzung belegte er damit, dass das Unternehmen auf Sicherheit baue, langfristig plane und auch ein gutes Miteinander mit dem Betriebsrat schätze. In den Mitarbeitern sehe er Menschen und bewerte sie nicht; daher hat Hornbach auch die „Charta der Vielfalt“ gezeichnet.

Dies alles trage zu einer sozialen Nachhaltigkeit bei, so Albrecht Hornbach. Hinzu kommen Aspekte einer ökologischen Nachhaltigkeit, Hornbach verwies dabei unter anderem auf einen neuen Baumarkt in Heidelberg, der nach Niedrighausstandard errichtet wurde. „Das sollte heute selbstverständlich sein, denn damit kann man auch Geld sparen“, betonte er. Das ökologische Bewusstsein des Unternehmens spiegelt sich auch im Sortiment.  In allen Hornbach-Baumärkten finde der Kunde „ökologisch und ethisch unbedenkliche Waren“.

Soziale Verantwortung zeige das Unternehmen beispielsweise in der 2002 gegründeten eigenen Stiftung für Menschen in Not, oder auch in der Förderung des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg. „Wir engagieren uns nicht nur finanziell“, betonte Hornbach, „sondern bringen uns dabei auch persönlich ein.“

Für Albrecht Hornbach sind all diese Überzeugungen und Grundsätze zukunftsweisend – nicht zuletzt ist er davon überzeugt, dass die Kunden dies auch registrieren und honorieren. Allerdings, räumte er ein, sei das soziale und ökologische Engagement der Hornbach Holding noch nicht bekannt genug. Gleichwohl verlangt er, dass andere Unternehmen im Hinblick auf Sortimente und Angebote nachziehen sollen: „Wir sind hier in Vorleistung getreten, und das muss man sich auch leisten können“, räumte er ein – „aber wir machen auch Druck auf Verbände, dass andere nachziehen.“

Viele Grundsätze, so Albrecht Hornbach, könnten auch auf andere Bereiche wie Lebensmittel oder Bekleidung übertragen werden, auch wenn dies dort schwieriger sein könnte aufgrund der größeren Sortimentsvielfalt.

Wenig Angst ist ihm vor dem Internet: „Wir fühlen uns dabei nicht unwohl“, erklärte er; im Hinblick auf Käufe und Bestellungen im Internet gebe es bei Hornbach „vielfältige Interaktionen“, demzufolge stecke das Unternehmen auch „viel Energie in den Aufbau von Web-Shops“.

Dr. Jan Hendrik Quandt, Referent für Wirtschafts- und Unternehmensethik bei der Evangelischen Akademie der Pfalz, stellte noch einige kritische Rückfragen, die Albrecht Hornbach allesamt parierte. Beim ökumenischen Aschermittwochsgottesdienst hatte Quandt bereits einen Impuls gesetzt: Die Menschen seien zu ethisch geleitetem Handeln verpflichtet. Sie haben Verantwortung und hinterlassen Spuren, trotz ihrer Vergänglichkeit und der relativ kurzen Zeitspanne ihres Lebens.

Der Aschermittwoch de Wirtschaft ist eine Kooperationsveranstaltung des Heinrich Pesch Hauses mit der Evangelischen Akademie der Pfalz und den Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen.

  • << Nov 2020 >>
    MDMDFSS
    26 27 28 29 30 31 1
    2 3 4 5 6 7 8
    9 10 11 12 13 14 15
    16 17 18 19 20 21 22
    23 24 25 26 27 28 29
    30 1 2 3 4 5 6
  • Initiative Transparente Zivilgesellschaft

    transparente_zivilgesellschaftpngSelbstverpflichtungserklärung (SVE) der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) >>mehr erfahren
  • Mahlze!t LU

      Seit dem 6. April bietet das Heinrich Pesch Haus jeden Tag eine warme Mahlzeit für bedürftige Menschen an. Da mit diesem Angebot aber Familien nicht erreicht werden, macht sich Mahlze!t LU nun auf den Weg >> erfahren Sie mehr
  • Ihr Klick bewirkt Gutes!

    Wenn Sie uns einfach und unkompliziert unterstützen wollen, dann können Sie das künftig über die beiden Portale „Schulengel“ und „Gooding“ tun. Bei beiden handelt es sich um ein Spendennetzwerk, dem sich viele Versandhändler angeschlossen haben. Die daran beteiligten Unternehmen zahlen für jeden Einkauf eine Provision – in unserem Fall für unsere Familienbildung im Heinrich Pesch Haus.