HPH ist erste Station der Ausstellung „Lebens.Kunst.Weisheit“

Weisheit im alten Testament und ihre Bedeutung für heute

„Prägnant und tiefgehend zugleich“, so charakterisiert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Ausstellung „Lebens.Kunst.Weisheit“, die jetzt im Heinrich Pesch Haus eröffnet wurde. Konzipiert wurde sie als Gemeinschaftsausstellung der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz; das HPH ist die erste Station, an der sie gezeigt wird.

Bischof Wiesemann näherte sich dem Begriff „Weisheit“ mit Hilfe von Hildegard von Bingen, mit Bibeltexten im Alten Testament sowie den „alten Griechen“. Weisheit, so führte er aus, sei mehr als die Erkenntnis von Wahrheit, nämlich eine „Gabe, die nicht aus den Menschen selbst heraus gewonnen werden kann“. Diese Gabe ermögliche es, die Zusammenhänge von Gott, Schöpfung und Welt zu erkennen – und sie habe damit eine politische und soziale Bedeutung. Beispielhaft nannte Bischof Wiesemann den Umgang mit Ressourcen, Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit – in diesen und anderen Fragen, „gerade in der heutigen Zeit von gesellschaftlichen Um- und Aufbrüchen“, sei Weisheit von Nöten.

Die sieben Säulen der Weisheit als Gestaltungselement

Johannes Kohl, freier Theologe, Erwachsenenbildner und einer der „Macher/Innen der Ausstellung, erläuterte das Konzept der Ausstellung. Sie besteht aus einem Eingangs- und Ausgangstor sowie sieben Säulen. Dieses Gestaltungskonzept fußt auf dem Bibelvers: „Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen behauen“ (Buch der Sprichwörter 9,1). Die zwei Innenseiten des Eingangsportals dienen der Begrüßung und einer allgemeinen Einführung. Mehrere Tafeln stellen Orte der Weisheit im Alten Testament vor und zeigen ein Visionsbild der Heiligen Hildegard von Bingen zum Motto der Ausstellung.

Die Säulen beschäftigen sich mit den Themen Gerechtigkeit, Gottesfurcht und Hiobs Botschaft, gleich drei Säulen mit den zeitgenössischen Themen Gelassenheit, Sinn des Lebens und Jung & Alt, weitere mit Liebe – Freundschaft – Sexualität sowie mit Frau Weisheit und der Weisheit der Frauen. Bei all diesen Themen greift die Ausstellung die Schriften der Weisheitsliteratur im Alten Testament auf, schlägt einen Bogen zu Texten des Neuen Testaments, zu Jesus, und fragt, welche Bedeutung diese Überlieferungen heute im 21. Jahrhundert haben können.

Überhaupt, so Kohl in seiner Einführung, war den Macher/Innen wichtig, neben der spirituellen Dimension unter anderem das „weibliche Antlitz Gottes“ zu thematisieren, das in der Vorbereitung sehr deutlich hervorgetreten sei.

Er wies darauf hin, dass es zu der Ausstellung umfangreiches Begleitmaterial gibt, das auch erhältlich ist, wenn die Ausstellung nicht ausgeliehen wird. Mehr dazu ist auf der Homepage zu finden.

Pater Johann Spermann SJ, Direktor des HPH, fragte die Anwesenden in seiner Begrüßung: „Kennen Sie wirklich weise Menschen?“ Er meint, Menschen, die einen weisen Eindruck machen, zeichnen sich aus durch Klugheit, Demut – im Sinne von Wissen um die eigenen Schwächen -, sowie durch Großherzigkeit, die darin bestehe, offene Augen zu haben, Neues zu ertragen und durch Konflikte zu gehen.

Ein weiser Mensch, fuhr er fort, sei nicht einfach „toll und bewundernswert“, sondern biete Kontraste und Reibungsfläche. So wie die Ausstellung, die einerseits durch Ästhetik und tolle Bilder wirke, andererseits aber auch Fragen und Themen aufgreife, „die unter die Haut gehen“. Er selbst vermisse sogar noch einige Säulen und rief die Anwesenden auf, sich Gedanken zu machen, wo sie die Ausstellung ergänzen würden, und wo Weisheit – unter anderem in der Kirche – gefragt sei: „Suchen Sie die Weisheit selbst!“, forderte er sie auf.

Parallele zur katholischen Erwachsenenbildung

Der Eröffnung vorangegangen war ein Gottesdienst in der Kapelle mit Bischof Wiesemann. Er wurde als Teil der Herbstkonferenz der Bischöflichen Beauftragten für Erwachsenenbildung gefeiert, die ebenfalls im HPH stattfand. Zentrales Thema im Gottesdienst war Bildung. In seiner Predigt wies der Bischof darauf hin, dass nicht „das Einzelne, was wir lernen“, nicht Schriftgelehrtheit und Wissen grundlegend für Bildung seien, sondern die Authentizität des Lebens und des Glaubens. „Wenn alles auf dem Spiel steht“, sagte er im Hinblick auf die Erzählungen von Jesus im Tempel von Jerusalem, „dann ist die ganze Person gefragt!“ Das gelte auch heute noch. Aufgabe der Bildungsbeauftragten sei es, ihre Angebote auf die Ganzheitlichkeit des Menschen zu richten und dabei unter anderem die Veränderung von Lebensumständen und existenzielle Fragen der Menschen in den Blick zu nehmen. Er wies aber auch darauf hin, dass Jesus am Tag lehrte und abends auf den Ölberg ging zum Beten: „Die äußere und die innere Seite des Lebens gehören zusammen“, betonte er.

Am Ende des Gottesdienstes dankte der den Beauftragten für Erwachsenenbildung unter anderem dafür, „dass Sie Menschen in ihrem Glauben sprachfähig machen.“ Und auch Johannes Kohl griff den Zusammenhang von Weisheit und Aufgabe der katholischen Erwachsenenbildung auf: Im Christentum als Bildungsreligion gehe es darum, „ zu lernen und lernen zu lassen.“

Die Ausstellung ist im Foyer des HPH bis Freitag, 14.12.2018, zu sehen.

  • << Dez 2018 >>
    MDMDFSS
    26 27 28 29 30 1 2
    3 4 5 6 7 8 9
    10 11 12 13 14 15 16
    17 18 19 20 21 22 23
    24 25 26 27 28 29 30
    31 1 2 3 4 5 6
  • Initiative Transparente Zivilgesellschaft

    transparente_zivilgesellschaftpngSelbstverpflichtungserklärung (SVE) der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) >>mehr erfahren
  • Schenken Sie Ferien – schenken Sie Sprache!

    Ferien für Kinder und Integration für geflüchtete Menschen
    > mehr erfahren 

    Wir danken allen Spendern ganz herzlich für Ihren Beitrag!
  • Ihr Klick bewirkt Gutes!

    Wenn Sie uns einfach und unkompliziert unterstützen wollen, dann können Sie das künftig über die beiden Portale „Schulengel“ und „Gooding“ tun. Bei beiden handelt es sich um ein Spendennetzwerk, dem sich viele Versandhändler angeschlossen haben. Die daran beteiligten Unternehmen zahlen für jeden Einkauf eine Provision – in unserem Fall für unsere Familienbildung im Heinrich Pesch Haus.