AUSFALL: Allgemeinverständliche Einführung in die Quantenwelt und kurzer Ausblick auf die Theologie / Neues Veranstaltungsangebot:

Richard Dawkins‘ Atheismus als Herausforderung für eine moderne Rede von Gott

15. Feb. 2016, 18:30 bis 20:00 Uhr

Das Montagsgespräch mit dem Referenten Dr. Jürgen Audretsch zu Thema „Allgemeinverständliche Einführung in die Quantenwelt und kurzer Ausblick auf die Theologie“ muss leider abgesagt werden.

Wir freuen uns dafür umso mehr, dass wir Frau Dr. Katharina Peetz mit Ihrem Vortrag zum Thema „Richard Dawkins‘ Atheismus als Herausforderung für eine moderne Rede von Gott“ gewinnen konnten.

Der Biologe Richard Dawkins, ehemaliger Inhaber des Oxforder Lehrstuhls für öffentliches Wissenschafts-
verständnis, ist einer der populärsten Religionskritiker der Gegenwart. In einem Atemzug genannt mit Christopher Hitchens, Sam Harris und Daniel Dennett, gilt er einerseits als ein Hauptvertreter des sog. Neuen Atheismus, andererseits als „einflussreichster Biologe seiner Zeit“(Der Spiegel).

Mit seinem Buch Das egoistische Gen wurde Dawkins 1976 berühmt. Es folgten Bestseller wie Der blinde Uhrmacher (1986), Der entzauberte Regenbogen (1998) oder Der Gotteswahn (2006). Dawkins verbindet seine biologischen Thesen explizit mit religionskritischen Äußerungen. Religion ist für ihn ein bloßes Nebenprodukt der Evolution, also naturalistisch erklärbar. Gott ist für Dawkins als Erklärungsfaktor überflüssig. Nicht Gott, sondern das Zusammenspiel von natürlicher Selektion und zufälliger Mutation ist für Dawkins der Schlüssel zum Geheimnis unserer Existenz. Religion ist für Dawkins (vor allem seit dem 11. September 2001) zugleich eine bedeutsame Quelle von Gewalt – „die Wurzel alles Bösen“, der Gottesglaube höchstens noch eine Illusion, die der Trostsuche des Menschen dient.

Es zeigt sich, dass Dawkins mit seinen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen Übersetzungsarbeit zwischen Wissenschafts- und Alltagssprache leistet, und zwar nicht nur in Buchform, sondern auch unter Zuhilfenahme der neuen Medien. Auch ist Dawkins ein „Sprachrohr“ für diejenigen, die sich längst von Gott abgewendet haben. Er fordert zugleich dazu heraus, darüber nachzudenken, was seine religionskritischen Argumente im aktuellen Kontext und angesichts der (medialen) Öffentlichkeit bedeuten und bewirken. Die Relevanz von Dawkins’ Thesen wird z.B. darin deutlich, dass er die Theologie dazu anregt, über die prinzipielle Wahrheitsfähigkeit der Aussage von Gott als Schöpfer nachzudenken, und zwar gerade angesichts von Geltungs- und Wahrheitsansprüchen der Naturwissenschaften und moderner Forschungsergebnisse. Die Diskussion um Dawkins führt mitten hinein in die Kontroversen um Willensfreiheit und genetische Determination, um das Wesen des Menschen und die Begründung von Normen. Die bleibende Bedeutung von Dawkins’ Religionskritik besteht insgesamt darin, dass er die Theologie auf ihre genuine Aufgabe verweist, den Glauben rational zu verantworten.

Zur Person:
Dr. Katharina Peetz, geb. 1984, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Systematische Theologie des Instituts für Katholische Theologie der Universität des Saarlandes sowie am Lehrstuhl für allgemeine Moraltheologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Fribourg (Schweiz). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Neuen Atheismus, des Verhältnisses von Theologie und Naturwissenschaften sowie der Aufarbeitung der Vergangenheit in der Katholischen Theologie. Zurzeit arbeitet Frau Dr. Peetz an einem Habilitationsprojekt zur „Gelebten Theologie“ im Friedens- und Versöhnungsprozess Ruandas.

Veranstaltung in Kooperation mit der Rupert-Mayer-Gilde

Für diese Veranstaltung wurden Fördermittel beim Land Rheinland-Pfalz beantragt.


Veranstaltungsort
Heinrich Pesch Haus - Katholische Akademie Rhein-Neckar

Kategorien

Religion & Spiritualität


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