Treffen der Jesuitenfreundinnen und Freunde im Heinrich Pesch Haus

Umwelt geht alle an – auch die Jesuiten

„Wie gut, dass ich gekommen bin!“ Das war die Reaktion nicht weniger Teilnehmer am diesjährigen Treffen der Jesuitenfreundinnen und Freunde im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen, das unter dem Titel stand: „Wie recyclen Sie? Mit Jesuiten die Schöpfung bewahren.“

Wie wir mit unserer Umwelt umgehen zeigt, welche Achtung wir dem Mitmenschen entgegenbringen. Wenn wir die Umwelt zerstören, dann zerstören wir auch die Beziehung mit dem Nächsten und damit unsere Beziehung zu Gott. Darauf wies Pater Claus Recktenwald SJ in seinem  Einführungsreferat hin. Anhand vieler Zitate aus dem als Umwelt-Enzyklika über katholische Grenzen hinweg bekanntgewordenen Papstschreiben „Laudato si'“ aus dem Jahr 2015, zeigte der junge Jesuit, was es eigentlich heißt, in guter Weise ganz ignatianisch mit dem aktuellen Thema zu ringen. Während am Vortag Tausende von Schülern und Studenten weltweit unter dem Motto „Fridays For Future“ eine Umkehr in der Klimapolitik forderten, erhielten am Samstag die Jesuitenfreundinnen und Freunde durch Pater Recktenwald viele gute Argumente, sich zu beteiligen. Und sie waren dankbar.

Der Vortrag des jungen Jesuiten erhielt viel Applaus. Seine Begeisterung war nicht nur ansteckend, sondern auch authentisch, da er sich im Sommer aufmachen wird, um in dem Jesuitenprojekt Kasisi in Sambia als Agrarwissenschaftler im Austausch mit der Lokalbevölkerung, diese Vision von Nachhaltigkeit umzusetzen. Die Ausführungen von Pater Recktenwald erhielten von Stefan Einsiedel vom Zentrum für Globale Fragen, das an der Hochschule für Philosophie in München angesiedelt ist, den theoretischen Unterbau. Das längst bekannte Faktum, dass die Kapazitäten dieser Erde begrenzt sind, betrachtete der Volkswirt und Biologe auch unter der Frage nach dem Menschenrecht auf Wachstum.

„Unser täglich Fleisch gib uns heute… … und Auto … und ICE-Fahrt … und Laptop … und Smartphone … und warmes Zimmer bei offenem Fenster … und Kühlschränke aus dem letzten Jahrtausend … und schöne warme alte Glühbirnen … … und so oft es geht den Flieger … dafür legen wir auch einen Komposteimer an“, so provokant führte Pater Johann Spermann SJ, Leiter des Heinrich Pesch Hauses, in seinen Vortrag ein. Sehr anschaulich schilderte er die Bemühungen der Jesuiten beim Bauprojekt der Heinrich-Pesch-Siedlung, die Vision von Integration und Inklusion sowie der Teilhabe der künftigen Bewohner mit dem Anspruch von wertorientierter Nachhaltigkeit miteinander in Einklang zu bringen. In seinen Ausführungen wurde die Schwierigkeit deutlich, hohe Ansprüche an Naturschutz, Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit zu vereinen. Doch was lange währt, wird hoffentlich in diesem Herbst endlich gut: Der erste Spatenstich soll noch vor Jahresende getan werden. Dann entstehen auf mehr als zehn Hektar Land  Wohnungen, die Heimat für 1.200 bis 1.500 Menschen bieten sollen.

Der Provinzial Pater Johannes Siebner SJ griff am Sonntag das Umweltthema mit Blick auf die Wohnform der Jesuiten in Kommunitäten auf. Doch erwarteten die Teilnehmer auch Aussagen zur aktuellen Situation des Ordens und der Kirche. Pater Siebner verschwieg die zunehmende Asymmetrie in der Altersverteilung des Ordens ebenso wenig wie das Missbrauchsthema und die Kirchenkrise. Und doch ist der oberste Jesuit in Deutschland optimistisch: Papst Franziskus habe die Türen aufgestoßen. Viel setzt Siebner auf Dialog und gemeinsames Wirken auch und gerade mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordens und ehrenamtlichen Helfern, ohne die vieles nicht möglich wäre. Überhaupt ist Pater Siebner überzeugt: „Jede Krise birgt die Chance auf Änderung und Neuanfang.“

Das nächste Treffen der Jesuitenfreunde ist am 27. April in der Pfarrei St. Canisius in Berlin. Hier finden Sie das Programm.

Auf dem Foto: P. Claus Recktenwald SJ

Brigitte Schmitt, Assistentin Fundraising

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