Mit „Geschichten bei Kerzenschein“ wieder die Adventszeit eingeläutet

Über gutes Verhalten, musikalisches Talent und das Rotkäppchen

„Geschichten bei Kerzenschein“, das bedeutet für Pater Johann Spermann SJ, „vom Gas zu gehen“ in der Adventszeit. Die traditionelle Veranstaltung mit Geschichtenerzähler Thomas Hoffmeister-Höfener und dem Musikerduo „TRAZZ“ sind für den Direktor des Heinrich Pesch Hauses gleichbedeutend mit: „Weihnachten kann kommen!“

„Warum hören und erzählen wir Geschichten – und besonders in der vorweihnachtlichen Zeit? – Weil manchmal die Antworten auf menschliche Erfahrungen und Fragen in Geschichten verborgen sind“, so Ulrike Gentner, stellvertretende Direktorin des HPH, zur Eröffnung der Veranstaltung.

Der Erzähler und die Musiker Herbert Adam und Roland Wenz sind dabei ein eingespieltes Team. In der vorweihnachtlich dekorierten Aula des HPH – bei Kinderpunsch, Glühwein und Gebäck – schafften sie es auch in diesem Jahr wieder, die Zuhörenden zu begeistern. Die jazzig vorgetragenen Weihnachtsstücke – teils als Medley gespielt – waren für Hoffmeister-Höfeners heitere und besinnliche Geschichten der perfekte Rahmen.

Der Geschichtenerzähler stammt aus Westfalen – und das allein ist schon fast ein Widerspruch in sich, wie er erklärte. Denn der Westfale an sich sei ein eher wortkarger Mensch. Aber schon die Kindheit Hoffmeister-Höfeners – als eines von vier Kindern –  gibt genug Stoff her für einen ganzen Abend voller Geschichten. Wie von ihm gewohnt, erzählte er ausdrucksstark mit beeindruckender Mimik und Gestik.

Immer ging es dabei um Weihnachten. Etwa in der Erinnerung, dass „damals“ Weihnachten in der Familie gleichbedeutend war mit „Verwandtenzeit“, also auch „Besuchszeit“. Selbstverständlich sorgte sich die Mutter um das Benehmen der Kinder. Der Vater wusste die Situation zu entschärfen, indem er die Geschichte des Kaufmanns zum Besten gab, der sich bei einem Empfang des Königs nicht zurückhalten konnte und heimlich von der Suppe naschte, bevor das erlaubt war. Und das Ende der Geschichte überraschte alle: Fehlermachen kann kurios sein.

Und so reihte sich an diesem Abend eine Geschichte an die andere, immer mit einem roten Faden verbunden – und fast immer mit einem Zwinkern im Auge.  Zu Hoffmeister-Höfeners Weihnachtserinnerungen gehört auch die Kindheitsphase, als die Eltern noch überzeugt waren, in ihm schlummere ein musikalisches Talent. Weit gefehlt, wie die Gäste der „Geschichten bei Kerzenschein“ jetzt wissen. Und dass ein Kellner ausgerechnet an Weihnachten gekündigt wurde, hat sowohl komische als auch nachdenklich stimmende Züge. Schließlich hatte er in den teuren Parkettboden eines Hotels eine Kuhle geschlagen – zum Wohle eines Kindes und damit eigentlich aus sehr gutem Grund. Zu Herzen ging die Geschichte über Scheidungskinder, den Streit der Eltern und das kindliche Empfinden besonders an Weihnachten – denn Weihnachten ist oft nicht unbelastet. Weihnachten kann auch ein zartes Beginnen sein, so endete eine Erzählung.

So vielfältig wie der Schatz der Geschichten ist: Zu Nachdenklichem gesellte sich am Ende des Abends wieder große Heiterkeit,: Als nämlich der Erzählkünstler „Rotkäppchen“ erzählte – in vielen verschiedenen Fassungen, mal aus der Sicht eines Jägers, mal eher grausam, und am Ende so, wie ihn sich der damals „kleine Thomas“ selbst zurecht gelegt hatte: friedlich.

Mit großer Begeisterung lauschten die rund 200 Gäste der Veranstaltung diesen Geschichten und der Musik. Tosender Applaus war am Ende der verdiente Lohn aller Künstler.

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