Führungskräfte der Dominikus-Gesellschaften im Gespräch

Spiritualität und Wandel

Mehr als 30 Führungskräfte der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH und der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH trafen sich schon zum sechsten Mal zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch im Exerzitienhaus des Instituts St. Dominikus Speyer. Ihr Thema war „Veränderung, Wandel und Verwandlung als Kernworte christlicher Spiritualität“. Sr. Gertrud Dahl, Vorstandsvorsitzende der St. Dominikus Stiftung Speyer, informierte über das zurückliegende Jahr. Als neue Generalpriorin und Hausherrin des Instituts stellte sich Sr. Gisela Bastian vor.

Birgit Meid-Kappner, Leiterin des ZEFOG in Ludwigshafen, erklärte in ihrer Begrüßung die Fragestellung des Nachmittags: Die Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Welt gingen auch an den Ordensgemeinschaften nicht spurlos vorbei. So gebe es schon seit längerem vielerorts Fusionen oder Überführungen von karitativen Einrichtungen in Stiftungen. Auch die Ordensleitung des Instituts St. Dominikus Speyer hat vor 13 Jahren das Fundament errichtet, auf dem die elf Einrichtungen, in denen die Teilnehmenden dieses Treffens  tätig sind,  auch in Zukunft Bestand haben können. Hintergrund für diese Entscheidung war schon damals ein nicht zu übersehender Wandel, nämlich das Älter-Werden der Ordensschwestern und ihr weitgehendes Ausscheiden aus dem aktiven Dienst.

Die St. Dominikus Stiftung Speyer habe es sich zur Aufgabe gemacht, Bewährtes und Neues miteinander zu verbinden, um die Tradition, den Auftrag und das Profil der Einrichtungen unter ihrem Dach zu bewahren und sich gleichzeitig den Herausforderungen der zukünftigen Weiterentwicklung zu stellen, so Birgit Meid-Kappner. Dafür brauche sie Menschen und Mitarbeitende, die dem Wandel mit all seiner Dynamik, Kreativität und der notwendigen Gelassenheit, mit Vertrauen und Zutrauen in sich selbst, in die Mitmenschen und ins Leben in die Augen sehen.

Das Treffen der Führungskräfte biete die Möglichkeit, neue gedankliche Wege zu gehen und so der Angst und Verunsicherung, die bei fast allen Menschen mit Veränderungen einhergehen,  Gemeinschaft, Beziehung und Austausch entgegensetzen.

Referent war in diesem Jahr Prof. Pater Dr. Thomas Dienberg, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster und Vorstandsvorsitzender des Instituts für Kirche, Management und Spiritualität (IKMS). Ziel der Arbeit des IKMS ist die Verbindung werteorientierter und christlich-spiritueller Ressourcen mit beruflicher Handlungskompetenz und deren Umsetzung in praktische Führungs- und Managementprozesse.

Dienberg näherte sich dem Begriff „Spiritualität“ an und bot verschiedene Denkanstöße – auch im Hinblick darauf, was Spiritualität mit Veränderung und Wandel zu tun hat. Spiritualität könne übersetzt werden mit Grundinspiration des Lebens, das, was dem Leben Halt und Grund und Sinn geben kann. Das könne Religion sein. Für ihn sei es der christliche Glaube; es könne aber auch ohne Religion gehen. Ein spiritueller Mensch sei ein Mensch mit einem ganz speziellen Profil, ein Mensch, der in Beziehung steht zu sich selbst, zum anderen, zur Welt und zu Gott. Spiritualität sei aber „nicht etwas, das ich ein für allemal habe – ich muss sie immer wieder suchen und finden, erforschen, ob die Formen noch meine sind, und gegebenenfalls verändern.“

Auch Organisationen hätten eine Spiritualität, und das spiele in Veränderungsprozessen eine große Rolle. Dienberg erklärte den Bezug so: Spiritualität zu implementieren bedeute, veränderungsbereit zu sein; Spiritualität als identitätsstiftendes Element zu betrachten setze voraus, sich der Wurzeln, Traditionen und Werte bewusst zu werden; Spiritualität als innere Wandlungsbereitschaft zu betrachten heiße, sich des Unverzichtbaren bewusst zu werden und entsprechend zu handeln. Spiritualität im beruflichen Alltag erfordere Respekt vor dem Anderen und dessen einzigartiger Würde sowie Haltungen zu leben wie Ehrfurcht, Respekt, Dialogbereitschaft, Aufmerksamkeit oder Gemeinschaft.

Dienbergs Vortrag regte die Führungskräfte im Anschluss zu einem engagierten Austausch an.

Das ZEFOG im Heinrich Pesch Haus – das Zentrum für Ethik, Führung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen – bietet unter anderem Führungsseminare und Beratung zur Organisationsentwicklung an. Zusammen mit dem ZIP – dem Zentrum für Ignatianische Pädagogik –  begleitet es seit Jahren schon die Einrichtungen der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH und der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH.  Der Herausforderung, ein jährliches gemeinsames Treffen der Führungskräfte beider Gesellschaften zu moderieren, stellen sich Birgit Meid-Kappner und Dr. Jonas Pavelka immer wieder gerne von neuem.

brid / 23.01.2017

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