Dramedy-Serie „Familie Braun“ beim Studientag „Couragiert gegen Rassismus“

„Soll ich lachen oder weinen?“

Zwei Nazis und ein schwarzes Kind – der junge Regisseur Maurice Hübner war von dieser Idee für eine Serie sofort angetan. Und so übernahm er die Regie über die Dramedy-Miniserie „Familie Braun“, die im ZDF zu sehen war und in YouTube eingestellt ist. Diese Woche war Maurice Hübner als Gast beim Studientag „Couragiert gegen Rassismus“.

Rund 100 Jugendliche und Multiplikatoren der Jugendarbeit nahmen an dieser Veranstaltung teil, die in Kooperation mit dem Rat für Kriminalitätsverhütung, dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus, dem DGB, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und medien+bildung.com durchgeführt wurde. „Ohne dieses Netzwerk und ohne die Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz könnten wir ein solches Angebot nicht realisieren“, betonte Bildungsreferent Kai Stenull bei der Begrüßung. Seine Kollegin Jana Schmitz-Hübsch brachte zunächst die Teilnehmenden in Bewegung. „Wer von euch engagiert sich aktiv gegen Rassismus?“, fragte sie. Und: „Wer hat schon einmal eine Situation mit rassistischem Verhalten erlebt?“ Auf beide Fragen standen die meisten der jugendlichen Teilnehmenden auf.

Der inhaltliche Einstieg mit der Miniserie „Familie Braun“ kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. Mit viel schwarzem Humor zeigt „Familie Braun“ in acht kurzen Kapiteln wie zwei junge Neonazis plötzlich mit einem schwarzen Mädchen konfrontiert werden. Die sechsjährige Lara ist die Tochter von Thomas, der eher der Typ „Mitläufer“ ist und der von Regisseur Hübner als „Schluffi“ bezeichnet wird. Der andere Protagonist, Kai, dagegen hat sich klar für rechte Ideologie mit Fremdenhass und Hitler-Verehrung entschieden, kommt mit der neuen Situation aber gar nicht klar.
„Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll“, war die Reaktion einer Teilnehmerin am Ende. Für Maurice Hübner bietet ein solches Format die Möglichkeit, Grenzen zu überschreiten, rechtes Gedankengut zu entlarven und den Zugang zu diesem oft tabuisierten Thema zu erleichtern. „Mit Humor kann man diesen Leuten den Boden unter den Füßen wegziehen“, sagt er: Denn es wird deutlich, wie wenig Substanz rechte Ideologie hat, und dass sie vor allem von Provokation und Protest lebt und Ängste schürt.

Sehr angetan ist er davon, dass über die Miniserie im Internet so viel diskutiert wird. Dass sie bei einer solchen Veranstaltung wie im HPH gezeigt wird, erlebte er zum ersten Mal. „Ich finde das aber gut. Ein solcher Film ist ein guter Einstieg in das Thema und in Diskussionen.“ Das dachten auch die Teilnehmenden, die sich anschließend noch weiter mit dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzten: In zwei Runden konnten sie Workshops u.a. zu „Rechte Musik“, „Flucht und Verfolgung“ und „Neonazis im SocialWeb“, besuchen.

Der Studientag wurde von allen Beteiligten als großer Erfolg gewertet, auch weil dieses Jahr Jugendliche erstmals schon in der Vorbereitung beteiligt waren. Verena von Hornhardt, Geschäftsführerin des Rats für Kriminalitätsverhütung, freute sich, dass dieser Ansatz erfolgreich war: „So haben wir die Sichtweise und Sprache der Jugendlichen viel besser aufgreifen können.“

brid / 27.05.2016

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