HPH lädt regelmäßig zur „Sprechstunde Ethik“ ein

Patienten und Ärzte suchen gemeinsam nach guten Lösungen

„Eine Sprechstunde ist ein vorher festgelegter Zeitraum, in dem man eine Person aufsuchen und mit ihr ein Anliegen besprechen kann.“ Soweit die Definition von „Sprechstunde“ nach Wikipedia. Eine solche Sprechstunde mit dem Schwerpunkt „Ethik“ bietet das HPH in Kooperation mit Krankenhäusern der Region ab Oktober monatlich an.
Eingeladen zu dieser Sprechstunde sind neben Ärzten und Pflegekräften auch alle Interessierten. Jonas Pavelka, Bildungsreferent im HPH für den Bereich „Ethik in Medizin und Pflege“, hat die Reihe gemeinsam mit Medizinern verschiedener Krankenhäuser der Metropolregion Rhein-Neckar entwickelt, die ihre Themen mit eingebracht haben. Dabei haben alle Beteiligten festgestellt, dass es noch viel mehr ethische Fragestellungen gibt, die besprochen werden sollten. Denn: Im modernen Klinikalltag gibt es eine Reihe von Problemen und müssen Entscheidungen getroffen werden, bei denen nicht nur medizinische Fakten, sondern auch grundlegende ethische Werte berücksichtigt werden müssen. Und jeder an einer Behandlung Beteiligte kann im Verlauf oder bereits vor einer Therapie in Entscheidungssituationen kommen, in der die eigenen Wertvorstellungen oder die der Angehörigen, Pflegenden oder Ärzte wieder neu begründet werden müssen.
Gründe für das Zunehmen ethischer Fragestellungen sind unter anderem die erweiterten Handlungsmöglichkeiten im Zuge der modernen Medizin, die zunehmende Bedeutung der Selbstbestimmung von Patienten sowie die unterschiedlichen Wertevorstellungen in der Gesellschaft.
„Normalerweise kommt ein Patient zum Arzt –  bei uns kommt der Arzt. Er bespricht ethisch ungeklärte Themen stellvertretend für alle Interessierten mit einem Ethiker. Gemeinsam wollen wir versuchen, zu einem begründeten Urteil zu kommen“, erklärt Pavelka. Die Sprechstunde startet jeweils mit der kurzen Vorstellung von zwei Fallbeispielen; diese werden unter Moderation von Pavelka aus Sicht des Mediziners und des Ethikers anschließend diskutiert. Anfragen aus dem Publikum können gestellt werden, haben jedoch nicht den Stellenwert einer „öffentlichen Sprechstunde“.
Zunächst sind ab Mittwoch, 01.10.2014, neun Veranstaltungen geplant, jeweils in der Zeit von 19.30 bis 21 Uhr. In der ersten Sprechstunde lautet das Thema: „Der Patient entscheidet mit“. Dr. Jörg Breitmeier, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Zum Guten Hirten, und die Ethikberaterin Dr. Beate Herrmann vom Universitätsklinikum Heidelberg beraten an diesem Abend das Mitbestimmungsrecht von Patienten und wie sich dies auf medizinische Entscheidungen auswirkt.
Weitere Themen der Reihe sind ethische Konflikte zwischen Ärzten und Pflegenden aufgrund von verschiedenen Perspektiven oder die Frage nach der Lebensqualität bei Schwerverletzten nach einem Unfall; es wird eingegangen auf schwierige ethische Entscheidungen, für die Notärzte oft sehr wenig Zeit haben; diskutiert werden auch die Ethik der Zwangsbehandlung sowie der Umgang mit demenzkranken Menschen im Krankenhaus.
Am Ende der Sprechstunde können die Teilnehmenden noch zwanglos weiterdiskutieren und sich über das Gehörte oder andere Themen austauschen.
Der Eintritt zur „Sprechstunde Ethik“ ist frei, um einen Kostenbeitrag wird gebeten. Information und Anmeldung unter Telefon 0621-5999-162 oder anmeldung@hph.kirche.org
Kooperationspartner der Reihe sind das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus, Ludwigshafen, das Krankenhaus Zum Guten Hirten, Ludwigshafen, das Theresienkrankenhaus in Mannheim, das St. Josefskrankenhaus, Heidelberg, Sankt Vincentius Krankenhaus, Speyer sowie die BG Unfallklinik, Ludwigshafen.
Foto ©: Syda Production – fotolia.com

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