Philipp Wagner: Verantwortlich für politische Jugendbildung und „Religionssensible politische Bildungsarbeit“

„Partizipation von Jugendlichen in der Gesellschaft ist unheimlich wichtig“

Philipp Wagner verstärkt das Team der Bildungsreferent/Innen im Heinrich Pesch Haus: Er übernimmt Aufgaben im Bereich „Politische Jugendbildung“ und ist zudem verantwortlich für das bundesweite Projekt „Religionssensible politische Bildungsarbeit“ der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke e.V. (AKSB). Ein Unbekannter ist Wagner nicht im HPH: Ab Sommer 2013 absolvierte er hier ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), und während seines Studiums war er als freier Mitarbeiter immer wieder präsent.

Geboren und aufgewachsen ist Wagner in Ludwigshafen. Das FSJ sollte ihm nach dem Abitur helfen zu entscheiden, welches Studium er beginnen wollte. „Das war ein mega-gutes Jahr“, sagt er im Rückblick. Weil es ihm geholfen habe, seine eigenen Stärken und Schwächen besser einzuschätzen und auch seine wirklichen Interessen zu finden. Nach dem FSJ entschied er sich zum Studium der Pädagogik mit den Schwerpunkten Jugend- und Erwachsenenbildung sowie Theologie in Würzburg.

Die parallele Tätigkeit als freier Mitarbeiter – im Kinderferienprogramm der Familienbildung und bei Veranstaltungen der politischen Jugendbildung – bot ihm viele praktische Erfahrungen im doch eher „theorielastigen Unistudium“: „Es war ein gutes Übungsfeld, ich konnte dabei vieles ausprobieren und einbringen.“

Gegen Ende des Studiums erfuhr er vom AKSB-Projekt „Religionssensible politische Bildungsarbeit“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. „Das klang sehr spannend.“ Seine Aufgabe ist vor allem die Netzwerkarbeit mit Jugendmigrationsdiensten an Schulen in Rheinland-Pfalz und im Nordwesten Baden-Württembergs. Gemeinsam werden für Schülerinnen und Schüler Projekte der politischen Bildung als Primärprävention gegen religiös begründeten Extremismus entwickelt. „Inhalt soll sein, wie sich Jugendliche in der Gesellschaft positionieren. Sie sollen lernen, wie demokratische Strukturen funktionieren, und standhaft werden gegen den Einfluss von radikalen Positionen“, erläutert er. „Es geht um gegenseitige Toleranz und die Fähigkeit, verschiedene Meinungen auszuhalten.“

Im Bildungsbereich Politische Jugendbildung, den er im HPH von Kai Stenull übernimmt, sind Seminare für Schülervertretungen und Aktionstage wie „Couragiert gegen Rassismus“ feste Bestandteile. Für Philipp Wagner, der ehrenamtlich in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) auch Diözesanleiter  ist, ist politische Jugendbildung ein großes Anliegen: „Ich will Jugendlichen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie sich in die Gesellschaft einbringen können, und wie sie ihre Meinung in demokratischen Strukturen zum Ausdruck bringen können“, fasst er seiner Motivation zusammen. „Die Partizipation von Jugendlichen in der Gesellschaft ist unheimlich wichtig“, so seine Überzeugung, „gerade in der Schule. Hier sollen sie selbst mit gestalten können, genauso wie sie zu Themen Stellung nehmen sollen, die ihre Zukunft betreffen.“

Er wünscht sich, dass Politik für Jugendliche wieder interessant wird, und fordert: „In Zeiten von Rechtspopulismus sollen alle Menschen, die in demokratischen Strukturen leben wollen, ihre Stimme erheben und sprachfähig werden.“ Die Ursache für „Unlust an Politik“ bei jungen Menschen führt er auf viele Faktoren zurück: weil Sozialkunde und Politikwissenschaft in den Schulen zu spät thematisiert werden, Grundwissen über Demokratie bei vielen nicht präsent ist, Jugendliche sich aufgrund des hohen Wahlalters nicht ernst genommen fühlen und die Erfahrung machen, „dass Politik mehr für die Älteren als für die Jungen gemacht wird .“

„Dabei sind Jugendliche durchaus  informiert und haben eine Meinung“, ist er überzeugt: „Sie erleben zum Beispiel Geflüchtete und Migranten täglich in ihrer Lebenswelt. Und sie wissen, dass sie mit Menschen mit Migrationshintergrund gute und schlechte Erfahrungen machen – wie mit allen anderen Menschen auch.“

Die kirchliche und verbandliche Jugendarbeit ist und bleibt ein Hobby von Philipp Wagner. Den Rest seiner Freizeit verbringt er gerne mit Badminton spielen, mit seinen Freunden – und er genießt die Pfalz: „Das war auch ein Grund dafür, dass ich aus Würzburg wieder zurück gekommen bin“, erzählt er schmunzelnd.

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