Wohnungen für bis zu 1500 Menschen können ab 2021 gebaut werden

„Masterplan“ für die Heinrich-Pesch-Siedlung angenommen

„Die Heinrich-Pesch-Siedlung: Miteinander wohnen und leben, lernen und arbeiten.“ So lautet das Motto für das Wohnbauprojekt, das westlich des Heinrich Pesch Hauses entstehen wird: Auf einer Fläche von rund 15 Hektar entstehen 450 bis 550 Wohneinheiten für bis zu 1500 Menschen. Hinzu kommen rund 7000 bis 12000 Quadratmeter Gewerbeflächen und etwa ebenso viele Flächen für Sondernutzung. Das sind die Zahlen.

Dahinter steckt aber viel mehr: ein urbanes Gebiet, in dem Arbeiten, Wohnen, Bildung und Soziales perfekt verzahnt werden, und wo Menschen unterschiedlichen Alters, in unterschiedlichen Lebensphasen und sozialen Verhältnissen miteinander statt nebeneinander leben.

Das Projekt hat jetzt die nächste Hürde genommen. Der „Masterplan“  wurde im Bau- und Grundstücksausschuss der Stadt Ludwigshafen vorgestellt und einstimmig angenommen, ebenso in den Ortsbeiräten von Oggersheim und der Nördlichen Innenstadt. Nun kann, so Baudezernent Klaus Dillinger, im September – „auf jeden Fall noch in diesem Jahr“ – der Bebauungsplan zur Satzung beschlossen und damit Baurecht geschaffen werden. Danach beginnen die Erschließungsarbeiten, und spätestens 2021 kann mit dem Bau der ersten Wohnhäuser gestartet werden.

„Wir wissen, dass die Verantwortlichen viel Zeit, Liebe, Engagement und Herzblut in die Planung gesteckt haben, dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, so Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck. Sie teilt die Auffassung, wonach die Heinrich-Pesch-Siedlung „Gut für die Menschen. Und für unsere Stadt“ ist, wie auf einer Informationsbroschüre zu lesen ist. Pater Johann Spermann SJ, Direktor des Heinrich Pesch Hauses, lobte seinerseits die hervorragende Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung.

Ernst Merkel, Geschäftsführer der eigens gegründeten Heinrich-Pesch-Siedlung Gesellschaft, stellte der Presse die städtebauliche Planung vor, die vom Stadtplaner Reinhard Bachtler, BBP Stadtplanung in Kaiserslautern, stammt. Demnach entsteht entlang der Frankenthaler Straße ein Gewerberiegel, in dem in den oberen Etagen auch Wohnraum mit Blick auf das Quartier möglich ist; links und rechts wird er von je einem Parkhaus flankiert. Denn das Quartier ist verkehrsarm geplant. Im Anschluss an den Gewerbebau in Richtung Süden sind zunächst so genannte Stadthäuser geplant, danach Mehrfamilienhäuser und das Begegnungshaus. Im Hinblick auf das soziale Miteinander kommt diesem Begegnungshaus eine ganz zentrale Rolle zu.

Im Süden des Grundstücks ist eine Kita geplant, die bis zu sechs Gruppen beheimaten soll. Ihr Bau wird eine der ersten Baumaßnahmen sein, denn ihr kommt die Rolle des „Attraktors“ zu: Eine Kita macht das Gebiet für junge Familien interessant. Im Westen sind Reihenhäuser vorgesehen. Direkt an der Grenze – westlich der Heinrich-Pesch-Siedlung plant die Stadt einen Mittelstandspark – sind Gärten geplant. Überhaupt sehen die Planungen viel Grün vor und auch viele Begegnungsflächen, Innenhöfe und ähnliche Sondernutzungsflächen.

Eine zusätzliche Haltestelle für die Stadtbahn wird dringend gewünscht. Das neue Quartier ist nicht nur verkehrsarm geplant, es soll auch smart werden und hohe ökologische Standards setzen. Der Fokus liegt für Ulrike Gentner, stellvertretende Direktorin des HPH, aber im Sozialen. Dem Begegnungshaus mit Quartiersmanagern kommt hier große Bedeutung zu, und auch das HPH werde die neuen Bewohner „durch Bildung und kulturelle Angebote begleiten“; auch die Gründung eines Bewohnervereins ist angedacht. Das alles basiert auf Freiwilligkeit, denn Ulrike Gentner weiß: „Nicht alle möchten sich gleich stark einbringen, nicht jeder Mensch braucht gleich viel Nähe.“

Neben der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gibt es bereits viele interessierte Investoren, so Ernst Merkel. Es wird geförderten und nicht geförderten Wohnungsbau geben. Alle Grundstücke werden in Erbpacht vergeben, betont Dr. Michael Böhmer, der unter anderem für das Thema Finanzen Ansprechpartner ist. Aus der Erbpacht werden unter anderem die Quartiersmanager bezahlt; zugleich garantiere die Erbpacht, dass die Idee der Heinrich-Pesch-Siedlung dauerhaft erhalten bleibt.

Pater Spermann sieht vor seinem geistigen Auge schon auf die vielen Kinder, die künftig im Quartier leben, spielen und lernen werden: „Familien Wohnraum und gute Chancen zu bieten, ist ein Schwerpunkt des HPH“, betont er. Ulrike Gentner brennt darauf, dieses „innovative Projekt“ anzugehen: „Wir bekommen dafür auch viel wissenschaftliche Unterstützung, damit das soziale Miteinander gelingt und langfristig gelebt werden kann“, freut sie sich.

Gut für die Menschen. Und für unsere Stadt. Broschüre mit Informationen zur Heinrich-Pesch-Siedlung zum Download im PDF-Format.

 

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