„Hengsbach fragt nach“: Zerbricht der Sozialstaat?

Kontroverse Diskussion mit Julia Klöckner und Prof. Frank Nullmeier zu erwarten

Julia Klöckner, Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, trifft auf Prof. Dr. Frank Nullmeier, einen Politikwissenschaftler, der an einem Buch über die zahlreichen Risse der deutschen Gesellschaft mitgeschrieben hat. Sie sind zu Gast in der Veranstaltungsreihe „Friedhelm Hengsbach fragt nach bei …“.

Der Sozialethiker Prof. Friedhelm Hengsbach SJ diskutiert mit Julia Klöckner und Prof. Dr. Frank Nullmeier am Dienstag, 21.01.2014, über die Frage: „Zerbricht der Sozialstaat?“ Beginn ist um 19 Uhr im Heinrich Pesch Haus, Katholische Akademie Rhein-Neckar.

Die beiden Gäste werden dazu Stellung nehmen, was für sie die Grundidee des Sozialstaates ist – und wie sich diese Grundidee im Koalitionsvertrag der Großen Koalition wiederfindet. Wie charakterisieren sie das Profil eines Sozialstaats – und ist es verändert worden? Wodurch, wann und wie?

Friedhelm Hengsbach SJ erwartet eine kontroverse Diskussion. Das begründet er so: „Julia Klöckner hat am Koalitionsvertrag mitgearbeitet. Immerhin hat dieser starke sozialpolitische Signale gesetzt. Von einem weiteren Abbau des Sozialstaats kann keine Rede sein. Die Beteiligung aller an der Erwerbsarbeit und ein hoher Beschäftigungsgrad sind als vorrangiges Ziel nicht strittig. Die Mütterrente, die Rente mit 63 und die Stabilität der Beitragssätze stehen außer Frage. Die Zahl der Pflegenden in stationären Einrichtungen wird erhöht, die Pflegeberufe werden attraktiver gemacht und deren Ausbildung reformiert.“

Demgegenüber möchte Pater Hengsbach SJ erfahren, zu welchem Urteil der Politik- und Sozialwissenschaftler Nullmeier kommt: Dieser hat die Bundesrepublik als eine vielfach gespaltene Gesellschaft skizziert und ein Buch mit dem Titel veröffentlicht: „Die Transformation der Sozialpolitik – Vom Sozialstaat zum Sicherungsstaat“. Seine Kritik an den Regierenden seit Mitte der 1970er Jahre ist differenziert, aber scharf. Pater Hengsbach SJ fasst wesentliche Punkte der Veröffentlichung so zusammen: „Nullmeier sagt, der Sozialstaat sei weder abgerissen noch demontiert worden. Aber die politisch Verantwortlichen kümmerten sich nicht zuerst darum, soziale Notlagen unter erschwerten Bedingungen zu bewältigen. Vielmehr seien sie darauf bedacht, die Lage der Hilfsbedürftigen den großen Erzählungen des Wettbewerbs, der demografischen Entwicklung und den technischen Veränderungen anzupassen sowie die politischen und wirtschaftlichen Systeme zu stabilisieren. Ihr wichtigstes Interesse sei, die bestehenden Institutionen zu festigen, ohne sie für nachhaltiges Wirtschaften, Gleichstellung der Frauen, sinnvolle Arbeit und angemessenes Einkommen für jeden, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie den Schutz aller vor alten und neuen gesellschaftlichen Risiken zu öffnen.

Der Eintritt zur Veranstaltung „Hengsbach fragt nach bei …“ ist frei, um einen Kostenbeitrag wird gebeten.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten unter Tel. 0621-5999-162 oderanmeldung@hph.kirche.org

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