Zwei Veranstaltungen vor der Entscheidung über Beihilfe zum Suizid

„Können wir das Sterben lernen?“

Die Debatte und Entscheidung im Bundestag über die vier Gesetzesentwürfe zur Beihilfe zum Suizid wurde von vielen Menschen mit Spannung erwartet. Angesichts der großen Bedeutung dieses Themas gab es im HPH zwei Veranstaltungen, die es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachteten.

„Wer ist für mich da, wenn ich sterbe?“ war Thema eines Podiumsgesprächs, zu dem HPH und Caritasverband für die Diözese Speyer gemeinsam eingeladen hatten. Welche Möglichkeiten gibt es in der Begleitung sterbender Menschen und wie müssten geeignete Rahmenbedingungen für ein „gutes Sterben“ besonders in Pflegeeinrichtungen und in den Krankenhäusern aussehen? Mehr als 70 Interessierte lauschten den Impulsen des Moraltheologen Prof. Dr. Heribert Niederschlag über: „Können wir das Sterben lernen?“

In der Auseinandersetzung mit dem Sterben ergeben sich für ihn drei Impulse für einen anderen Umgang mit dem Leben – und der wiederum ermöglicht die Kunst des Sterbens.  Wichtig sei es, eine Balance zwischen Ruhe und Anstrengung zu finden; notwendig sei, entschieden zu sein bei existenziellen Entscheidungen, und hilfreich sei der Mut zur Gelassenheit: Wichtige Dinge solle man mit Abstand betrachten und sich trauen loszulassen; darin kann man auch die Erfahrung machen. aufgefangen zu werden. Mit diesen Impulsen war eine gute Ausgangsposition für die tiefe und ernsthafte Auseinandersetzung mit dem  Thema geschaffen.

Der Palliativmediziner Prof. Dr. Martin Weber  informierte über die vielfältigen Möglichkeiten in der Begleitung sterbender Menschen. Sein Vortrag gab einen sehr differenzierten Einblick in hospizliche und palliative Einrichtungen in Mainz; er ermöglichte damit, verschiedene Einrichtungen kennenzulernen, in denen Menschen versterben: Altenhilfeeinrichtungen, Krankenhaus – und dort nicht zwingend auf der Palliativstation -,  das Hospiz oder das Zuhause.

Das anschließende Podiumsgespräch mit verschiedenen Akteuren der Hospizhilfe machte deutlich, dass viele Angebote nicht bekannt sind und häufig noch nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Dass nach wie vor Menschen nicht optimal versorgt sterben, könnte an fehlender Informiertheit der Betroffenen liegen, an zu wenig palliativ geschulten Hausärzten oder auch daran, dass es an der Vernetzung der betroffenen Akteure noch mangelt.

„Wir denken, als christliches Krankenhaus sollten wir ein Forum bieten für Informationen und Gespräche über dieses Thema und einen Blick aus christlicher Sicht darauf werfen“, sagte Dr. Jörg Breitmaier, Chefarzt im Krankenhaus Zum Guten Hirten. Das Ethikkomitee der Krankenhausstiftung der Niederbronner Schwestern hatte ebenfalls ins HPH eingeladen, um über das Thema „Selbstbestimmtes Sterben?“ nachzudenken. Dabei lag der Fokus darauf, den ärztlich assistierten Suizid unter juristischer sowie katholisch-moraltheologischer Perspektive zu betrachten.

Foto ©: Monkey Business Images / shutterstock.com

brid / 06.11.2015

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