HPH Gastgeber für Regionenkonferenz des Synodalen Wegs

„Kirche muss sich weiterentwickeln“

Mit einer Regionenkonferenz ist am Freitag in Ludwigshafen das katholische Reformprojekt Synodaler Weg fortgesetzt worden. Die rund 50 Teilnehmer aus den Bistümern Freiburg, Rottenburg, Speyer, Trier und Würzburg befassten sich zunächst mit den Folgen der Pandemie, die Chancen und Probleme der Kirche „wie in einem Brennglas“ sichtbar gemacht hätten.

Behandelt wurden auch zwei Papiere. Sie befassen sich mit der Rolle von Frauen in der katholischen Kirche und Überlegungen zu einer neuen Sexualmoral. Beide Texte wurden insgesamt wohlwollend bewertet und als gute Voraussetzung für die darüber entscheidende Synodalversammlung bewertet. Wegen der Pandemie war diese Synodalversammlung verschoben worden.

Von Beginn hatten rund 30 Protestierende für Frauenrechte demonstriert. Auf Schildern stand etwa „Das 11. Gebot: Fürchte dich nicht vor dem Weiblichen“ und „Wo Unrecht zu (Kirchen)Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. Zum Abschluss der Tagung veranstaltete die Initiative Maria 2.0 eine Mahnwache vor dem Heinrich-Pesch-Haus.

Am Anfang der Debatte stand ein Gedenken an den nach einem Unfall verstorbenen Freiburger Theologen Eberhard Schockenhoff. Er hatte wesentliche Beiträge zu den Arbeiten im Vorfeld des Synodalen Weges geleistet.

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann erklärte, Corona zeige die Verletzlichkeit der Welt; die Frage nach Macht und Ohnmacht werde so „noch einmal dramatischer“. Er bezeichnete die Corona-Krise als „definitives Ende der ständischen Gesellschaft und des ständischen Denkens, auch in der Kirche“. Zugleich warb er für eine konsequente Neuausrichtung am Evangelium. Der Synodale Wege sei nicht Anpassung an den Zeitgeist, sondern müsse die Radikalität des Evangeliums widerspiegeln. „Mit dem Synodalen Weg senden wir auch an die Weltkirche das Signal, dass sich Kirche weiterentwickeln muss.“

Der Würzburger Bischof Franz Jung sagte, mit Blick auf die Pandemie dürften nicht nur Defizite der Kirche gesehen werden; tatsächlich sei sozial, karitativ und seelsorglich viel auf die Beine gestellt wurden. Da es nicht gelungen sei, das zu kommunizieren, habe es „viele vernichtende Kommentare“ gegeben, die ihn sehr getroffen hätten. Zur Rolle von Frauen in der Kirche sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann, zusätzliche Ämter und Funktionen würden die Frage nach deren Weihe „noch weiter verschärfen“. Die angestrebte „Kulturveränderung“ werde eine „Dynamik entfalten“. Dies gelte unabhängig davon, ob den einzelnen dies erfreue oder beunruhige. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst rief dazu auf, noch stärker das zu nutzen, was kirchenrechtlich schon jetzt möglich sei. Zugleich forderte er erneut die Möglichkeit der Weihe von Frauen zu Diakoninnen.

Stuttgarts Stadtdekan Christian Hermes sagte, die frühe Kirche sei „Speerspitze der Gleichberechtigung“ gewesen. Es gelte für die katholische Kirche, bei der Umsetzung der Menschenrechte heute wieder zur Speerspitze zu werden und geschlechtsbezogene Diskriminierungen zu vermeiden. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger bezeichnete die Veranstaltung als wichtiges Signal, weil sie zeige, dass die Kirche trotz der Pandemie weiter an Themen dran sei, die sehr viele beschäftigten. Mit einer Synodalversammlung soll Anfang des kommenden Jahres der Synodale Weg fortgesetzt werden.

Weitere Informationen:

https://www.synodalerweg.de/

 

Text: Michael Jacquemain (KNA), Foto: Klaus Landry

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