Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster beim „Forum katholische Akademie“

Kinderarmut: Ein sozialer Skandal

„Armut ist ein komplexes Phänomen, hat Auswirkungen auf die Lebenssituation und ist ein Risikofaktor für die Entwicklungschancen von jungen Menschen. Kinderarmut ist kein unabwendbares Schicksal. Der Blick richtet sich dabei auf Einzelne wie auf die Gesellschaft im Kontext einer zunehmenden sozialen Ungleichheit.“ Mit dieser Einführung begrüßte Ulrike Gentner, stellv. Direktorin Heinrich Pesch Haus, die Teilnehmenden zum Vortragsabend „Kindermut. Sozialer Skandal und Chancen zu ihrer Überwindung“ des Forum Katholische Akademie.

Der Referent, Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum, betont: „Politik und Zivilgesellschaft sind gefordert bei den Lösungen. Es geht nicht darum, Armut zu verwalten, sondern Perspektiven aufzuzeigen. Dazu bedarf es eines Zusammenspiels von Hilfestellungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, Unterstützung im Mittelfeld Familie – Kita – Schule- Vereine und des Einzelnen.“

Der Wissenschaftler und Sozialethiker benannte in seinem Vortrag wesentliche Faktoren und Zusammenhänge im Hinblick auf diesen „sozialen Skandal“; unter anderem das Thema Bildung. Unumstritten sei, dass Bildung eher vor Arbeitslosigkeit schützt und somit einen wesentlichen Faktor von Prävention darstellt; zugleich sind aber nach wie vor die Bildungschancen eines Kindes stark abhängig von der Bildung der Eltern. Kinder, die in Armut groß werden, erleiden somit nicht nur aktuell Einschränkungen, sondern es entwickeln sich langfristig wirksame persönliche und soziale Folgen. Eine davon kann auch das Thema Gesundheit sein, wie Huster ausführte.

Leider müsse man auch weiterhin von einer „sozialen Vererbung von Armut“ ausgehen – und darauf hinweisen, dass es aber ebenso Wege aus der Armut gebe und Chancen, sie zu überwinden: „Sie setzen in unterschiedlicher Weise an, sei es bei den Betroffenen selbst, sei es beim sozialen Umfeld, durch vorhandene sozial- und bildungspolitische oder sonstige Hilfeangebote.“

Wichtig sei es, den betroffenen Kindern „Selbstwirksamkeitserfahrungen“ zu vermitteln. Diese sollten so früh wie möglich angeboten werden, denn wissenschaftliche Studien belegten: „Interventionsprozesse in den kindlichen Sozialisationsprozess sind umso erfolgversprechender, je lebensgeschichtlich früher sie erfolgen.“

Huster erläuterte weiter: „Mittlerweile wird nicht nur diskutiert, dass man Kinderarmut überwinden müsse, sondern es werden auf unterschiedlichen politischen Ebenen Konzepte entworfen und implementiert.“ Zugleich räumte er ein: „Armutsprävention ist unabdingbar, aber auch ein sehr schwieriges Feld.“ Deshalb müssten Hilfesysteme ineinandergreifen, denn: „Kinder sind lebensgeschichtlich in vielen sozial- und bildungspolitischen Bereichen zugeordnet, also müssen diese Sektoren koordiniert werden.“

In der anschließenden Diskussion wurde auch an Papst Franziskus weltweite Ermutigung erinnert: „Der Armut entgegentreten“.

Im veranstaltenden „Forum katholische Akademie“ arbeiten das Heinrich Pesch Huas, die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Speyer und die Dompfarrei Pax Christi in Speyer zusammen.

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