Dr. Thomas Steinforth: Neuer Bildungsreferent im Heinrich Pesch Haus für den Bereich Wirtschaftsethik

Große philosophische Fragen in Kontakt mit den Erfahrungen der Menschen

Dr. Thomas Steinforth ist neuer Bildungsreferent im Heinrich Pesch Haus. Der 49jährige Philosoph betreut gemeinsam mit Kai Stenull den Bildungsbereich Wirtschaftsethik. Zugleich arbeitet er seit November 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Globale Fragen, einem Institut an der Hochschule für Philosophie in München.

Die beiden Tätigkeiten lassen sich perfekt verbinden, findet Steinforth. In beiden geht es um sozialethische Fragestellungen. Während das Zentrum für Globale Fragen philosophische Reflexion mit sozialwissenschaftlich-empirischer Analyse verbindet und damit zum vertieften Verstehen globaler Herausforderungen beiträgt, geht es in der Bildungsarbeit des HPH darum, „sehr konkrete Fragestellungen aus der Praxis zu bearbeiten.“ Oder: „Ich möchte gerne große philosophische Fragen in Kontakt bringen mit den Erfahrungen der Menschen.“

Gerade der Bereich der Wirtschaft sei dafür ein dankbares Feld, denkt Steinforth. „Wir alle machen Erfahrungen und verfügen über Praxiswissen,  als Konsumenten, als Arbeitnehmer und als Führungskräfte, und wir alle müssen ständig Entscheidungen treffen.“ Dabei seien die Menschen oft auch Konflikten in diesen Entscheidungen ausgesetzt.

Unterschiedliche Zielgruppen im Blick

Für die Angebote im Bereich Wirtschaftsethik will Dr. Thomas Steinforth verschiedene Zielgruppen begeistern und erreichen – von Führungskräften, die jeden Tag Entscheidungen treffen müssen, Spannung erleben und Reflexion suchen, bis hin zur interessierten Öffentlichkeit. Zufrieden ist er, dass das HPH bereits jetzt gut vernetzt und eine „Stammzielgruppe“ vorhanden ist. Er verweist auf den Aschermittwoch der Wirtschaft, der gerade stattgefunden hat.

Im Hintergrund aller konkreten Fragen, sagt Steinforth, sollte immer die eine stehen: „Wie wollen und sollen wir wirtschaften, was ist ein gutes (Zusammen-)Leben, und welchen Beitrag sollte die Wirtschaft dazu leisten?“ Konkrete Themen und Angebotsformen will er im Gespräch mit Zielgruppenvertretern und möglichen Kooperationspartnern entwickeln. Er selbst kann sich Angebote beispielsweise zu mehreren Themen vorstellen.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Migration

Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird noch weiter voranschreiten und dann noch mehr Fragen aufwerfen wie: Wie können die daraus entstehenden Chancen gerecht verteilt werden? Alle Menschen sind davon betroffen, aber es wird Gewinner und Verlierer geben: Wie gehen wir damit um?
Ebenso wird die Frage drängender werden, wie nachhaltiges Wirtschaften aussehen kann. Dabei denkt Steinforth nicht nur an ökologische Aspekte, sondern den Umgang mit vorhandenen Ressourcen allgemein, auch mit menschlichen. Soll Wirtschaft immer weiter wachsen? Und wird es in Zukunft nur mit Verzicht gehen, oder müssen Prioritäten anders gesetzt werden? Geht es also eher um ein „anders“ als um ein „weniger“? Und wer trägt dabei welche Verantwortung? Steinforth ist überzeugt, dass das HPH als kirchliche Institution da viel zu sagen hat, und verweist auch auf die Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus.

Und schließlich das große Feld von Migration und Integration. Da seien entscheidende Fragen, ob und welche Verantwortung der Wirtschaft und insbesondere den Unternehmen zukomme, welche Rahmenbedingungen sie dafür brauche, und vor allem: Wie können wir alle davon profitieren, dass Menschen zu uns kommen und sich auch wirtschaftlich einbringen möchten?

In all diesen Fragen – davon ist Thomas Steinforth überzeugt –  könnten philosophische Anregungen das Nachdenken und den Austausch beleben, und andererseits brauche auch die Philosophie dieses „Futter“ aus der Realität.

brid / 22.02.2018

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