Geschichte des HPH

Die Anfänge des Heinrich Pesch Hauses gehen bis in die frühen 1930er Jahre zurück. 1932 wollte P. Provinzial Hayler durch die Patres Alfred Delp, Franz Meßbacher und Felix Löwenstein ein Sozialinstitut gründen. Der Nationalsozialismus und die Entsendung von Löwenstein nach Indien ließen den Plan vor und während des Weltkrieges scheitern.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Idee wieder aufgegriffen und Pater Felix Löwenstein-Wertheim-Rosenberg SJ gründete . Am 18. Januar 1956 wurde das Heinrich Pesch Haus feierlich eröffnet. Seinen Standort hatte es damals in den Mannheimer Quadraten (D2,2). 1959 erfolgte der Umzug in die Werderstraße in Mannheim. Der vornehmliche Auftrag des Hauses war
die politische Bildung von Arbeitnehmern.

er Name war Programm: Er erinnert an den Jesuiten, Sozialphilosophen
und Volkswirt Heinrich Pesch (1854–1926). Er lebte in einer Zeit radikaler Strömungen: Ein grenzenloser Kapitalismus, der dem Egoismus und der Durchsetzungskraft des
Einzelnen keine Schranken setzte, stand dem wachsenden
Einfluss des Kommunismus feindlich gegenüber, in dem
das Kollektiv alles und der Einzelne mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Talenten nichts zählte.
Pesch setzte beidem seine Vorstellungen zu einer humanen Wirtschafts- und Gesellschaftslehre entgegen, Grundlage der katholischen Soziallehre. Jede einzelne Person
mit ihrer Würde zählt. Und zugleich sind wir als Christinnen und Christen aufgerufen, uns in unserem Umfeld und
mit unseren Möglichkeiten persönlich und konkret einzusetzen für Menschen in schwierigen Lebensumständen
und für eine gerechte Gesellschaft, die jeder Person ein
Leben in Würde ermöglicht.

Heinrich Pesch SJ

Mit dem Beschluss der neuen HPH-Satzung 1969 wurde der Grundstein für das spätere Bildungszentrum in Ludwigshafen gelegt. Seit damals ist ein Verein mit Vertretern des Jesuitenordens, des Bistums Speyers und der katholischen Dekanate Ludwigshafen und Mannheim Träger des Hauses.

dieses Jahr feiert das Heinrich Pesch Haus seinen 50. Geburtstag am Standort Ludwigshafen. Gegründet wurde es
1956 in Mannheim von Pater Felix Löwenstein-WertheimRosenberg SJ. D
Das Heinrich Pesch Haus ist auch heute, in einer Zeit, in
der uns große Herausforderungen als Gesellschaft wieder
zu polarisieren drohen, beides: Ein katholisches Bildungsund Sozialzentrum. Die Bildungsangebote fördern u. a.
Familien in ihrer Erziehungsarbeit, fördern Kinder aller
Schichten in Kinderferienprogrammen und durch politische Jugendbildung, stärken Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer im Beruf oder in ihrer Arbeit in den Mitarbeitervertretungen … Das HPH begleitet Organisationen
bei der Entwicklung einer christlichen Organisations- und
Führungskultur, ermutigt und vernetzt viele Menschen
guten Willens zum solidarischen Engagement. Mit der
Heinrich-Pesch-Siedlung setzen wir uns ein, damit Menschen in dieser Region gut zusammenleben, friedlich in
Vielfalt, im Frieden und der Fürsorge auch für die uns anvertraute Schöpfung.
Mit Dankbarkeit schauen wir auf eine lange Geschichte
und auf all die Menschen, die das Haus mit ihrem Engagement mitgestaltet, begleitet und gefördert haben

Im April 1947 bat der Mannheimer Oberbürgermeister Braun P. Provinzial F.X. Müller, eine „Sozialschule“ in Mannheim zu verwirklichen. Da P. Müller eine Möglichkeit sah, ließ er zielstrebig einige um D 6,6 liegende Grundstücke aufkaufen, um dort ein Sozialinstitut zu verwirklichen.

Als P. Felix Löwenstein 1954 aus Indien zurückgekehrt war, entwickelte P. Provinzial Faller mit ihm die Idee eines Sozialinstitutes in interprovinzieller Zusammenarbeit. Trotz einiger Schwieriektkeiten, u.a. die Finanzierung, zog P. Löwenstein im August 1955 dennoch nach Mannheim D 6,6, um sich um eine provinzinterne Lösung für ein Sozialinstitut zu bemühen.

oder: Bereits seit Herbst 1955 hatte Pater Felix zu Löwenstein SJ vorgearbeitet; Im Auftrag der Oberdeutschen Provinz des Jesuitenordens sollte er eine Institution ins Leben rufen, die sowohl die christliche Soziallehre bekannt macht und verbreitet als auch zur wissenschaftlichen Erforschung und Klärung dieses Sachbereits einen Beitrag leistete.

Die Namensgebung nach Heinrich Pesch war zugleich Verpflichtung und Programm. Der Jesuitenpater Heinrich Pesch (1854.1926) hatte die sozialethischen Aussagen der großen Sozialenzyklika „Rerum novarum“ des Papstes Leo XIII. zu einem für die Wirtschafts- und Sozialpolitik fruchtbaren System weiterverarbeitet.

Im Herbst 1955 wurde mit dem Studenten Peter Molt von der Universität Heidelberg ein erster Mitarbeiter in einer langen Reihe von sozialwissenschaftlich geschulten Laien-Mitarbeitern angestellt (u.a. Bernhard Vogel ab Juli 1956, Franz Nuscheler).

1956    Am 18. Januar 1956 wurde die Eröffnungsfeier des Heinrich Pesch Hauses in Mann­heim begangen (Katalog: Centrum investigationis et actionis socialis). Am 2. Februar 1956 startete der erste Kurs des „Sozialen Seminars“. Das „Soziale Seminar war eine Bildungsform, die nach dem Krieg in fast allen deutschen Diözesen entstand. Es dauerte zwei Jahre und behandelt die grundzüge der Staats-, Gesellschafts- und Wirtschaftslehre. Alle 14 Tage findet ein Kursabend stattt. g

Im Mai 1958 übernahm Paul A. Müller die Jugendbildungsarbeit des HPH.

1959    Wegen Finanzierungs- und Raumproblemen wurde ein neuer Ort gesucht. Im Herbst 1958 wurde die Werderstraße 52 in Mannheim besichtigt, am 20. März 1959 wurde das Haus dort schließlich gekauft. Der Umzug war am 1. Juni 1959.

Es konnte noch im Januar 1960 ein angrenzendes Gründstück (Kolpingstraße 12) dazu gekauft werden, aber nicht die Mollstraße 42 (die es später möglich gemacht hätte, dort ein Studentenheim oder ein kleines Bildungshaus zu errichten).

Im Januar 1960 wurde – nach Trennung vom Winfriedwerk in Augsburg – ein eigener Verlag (Pesch-Haus Verlag: Dr. Bernhard Vogel) für sozialpolitische Kleinschriften gegründet.

Hier erschien ab 1962 bis 1979 „Civitas – Jahrbuch für Sozialwissenschaften, ed. von Görres Gesellschaft und HPH, Schriftleitung hatte u.a. Bernhard Vogel inne. Er gründete auch die Schriftenreihe „Freiheit und Ordnung“.

1964    Als Nachfolger von P. Löwenstein wurde am 2. Februar 1964 P. Heinrich Krauss (Direktor 1964-1967 / Mitarbeit seit 1961, bes. Redaktion von „Civitas“) eingeführt. Ihm als Provinzial (1967-1973) ist es zu verdanken, dass später Verhandlungen mit der Diözese Speyer um den Neubau eines Hauses in Ludwigshafen geführt wurden.

1967    Von 1965 an war P. Hans Zwiefelhofer Mitarbeiter des HPH und wurde am 1. Mai 1967 Nachfolger von P. Krauss als Direktor des Institutes (1967-1971 in Mannheim, 1971-1976 in München).

24.05.1968 Zwiefelhofer, Gillich, Stratthaus, Bossung, Geeb, Praschma vereinbaren, dass Arbeit des HPH auf die Diözese Speyer ausgedehnt werden soll. Es wird an eine Bildungsstätte / Akademie im Raum Ludwigshafen gedacht.

22.12.1969 Beschluss der neuen HPH-Satzung für das spätere Bildungszentrum in LU – Träger wird ein Verein mit Vertretern des Jesuitenordens, des Bistums Speyers, der katholischen Dekanate LU und Mannheim sowie das Katholische Bildungswerk der diözese Speyer

1971    Im Herbst 1971 wird die wissenschaftliche Arbeit des HPH als „Institut für Gesell­schaftspolitik“ an der Hochschule für Philosophie München, Philosophische Fakultät S.J. nach München verlegt. Zwei Drittel der Bibliotheksbestände des HPH gehen nach München. Aus Mannheim kommt P. Zwiefelhofer als Leiter des IGP.

1971    P. Schmidkonz wird für kurze Zeit Leiter des HPH, das sich nun nur mehr der Bildungsarbeit widmen sollte. Auch P. Praschma, P. Tegyey, Fr. Bernhard und P. Helmut Geiselhart (Direktor der Jugendbildung) sind im HPH.

17.09.1971 1. Spatenstich zum Bau des HPH

22.09.1972 Grundsteinlegung des HPH

1972    P. Karl Weich wird zum 1.1.1972 Direktor des Heinrich Pesch Hauses (1972-1980). Unter seiner Leitung wird der Neubau des neu entstehenden Heinrich Pesch Hauses in Ludwigshafen und der Umzug dorthin vorbereitet. Neu hinzu kommen: P. Jörg Dantscher (Direktor des „Sozialen Seminars“) und P. Benno Krämer.

1973    Am 6. Dezember 1973 zog das Heinrich Pesch Haus von Mannheim, Werderstraße, nach Ludwigshafen, Frankenthaler Straße, um.

1974    Mit dem 1. Januar 1974 begann das neue HPH seine Arbeit. Diese bestand in Kursen und Vorträgen im HPH selbst, aber darüber hinaus in Tagungen außerhalb des Hauses und in reger Vortragstätigkeit in Nordbaden und der Pfalz, teilweise darüber hinaus.

Vor allem auch gesellschaftspolitische Bildungsmaßnahmen im Rahmen der von der Arbeitsgemeinschaft für katholisch-soziale Bildungswerke (aksb) geförderten Arbeit kennzeichneten des Profil des Hauses als ehemaliges Sozialinstitut des Ordens.

02.03.1974 Eröffnungsfeier/Einweihung Bildungszentrum 11 Uhr in Anwesenheit des Ministerpräsidenten

15.02.1975 Festakt eröffnung Aula

Schon 1979, vermutlich früher, traf sich im HPH der Club 86, ein Freizeitangebot für Menschen mit Behinderungen.

1980    Herbst 1980 übernahm P. Jörg Dantscher die Leitung des Heinrich Pesch Hauses (1980-1984).

1981    Die Erprobung von Medien, vor allem des Privat-Fernsehens, führte zu einem Anbau des Heinrich Pesch Hauses, dem Fernseh-Studio. Dieses sollte sich der Erprobung von kirchlichem Fernsehen („Pilotprojekt Kabelfernsehen (TV) Ludwigshafen“) widmen. Der Anbau wurde in Kooperation der Diözese Speyer und der Zentralstelle Medien der Deutschen Bischofskonferenz 1981 erstellt. Die Leitung dieses Studios übernahm anfangs der bisherige Leiter des Pesch Hauses, P. Karl Weich. Das Studio wurde später in seiner Nutzung dem „Institut für publizistischen Nachwuchs“ unter Leitung von P. Wolfgang Seibel übergeben, als sich dieses Pilotprojekt für die Kirche als nicht durchführbar erwies.

1984    Im September 1984 löste P. Helmut Schmitt P. Dantscher als Leiter des HPH ab.

1985    Anfang 1985 übernahm wieder P. Karl Weich die Leitung des Hauses (1985-1987), nachdem er die Leitung des Kabelpilotprojekts an andere abgegeben hatte.

1987    Seit 1. Juli 1987 leitet P. Hans Joachim Martin das Heinrich Pesch Haus.

Nach mehr als 20 Jahren wird das Haus umgebaut. Die Arbeiten begannen 1992. Dabei wurden unter anderem die gesamten Dachflöchen saniert, neue Fenster eingebaut und die Fassade renoviert. Alle 90 Zimmer im Wohnturm, wie es damlas hieß, wurden modernisiert und die Einrichtung erneuert. Auch die Aula, die Tagnugnsräume und die Eingangshalle wurden neu gestaltet.

Zur Wiedereröffnung am 27. September 1996 spricht Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl. „Damals waren wir froh“, blickte er auf die Eröffnung des Hauses zurück, dass es gelungen war, eine solche Institution hier in Ludwigshafen anzusiedeln. Seither hat sich das HPH zu einer der größten und angesehensten kirchlichen Bildungseinrichtungen in unserem Land entwickelt. „

Kohl:“ Bildungsarbeit aus christlich-sozialem Geist ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität. Wir können und wolen darauf nicht verzichten. “

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