Impulse aus Ludwigshafen auch für andere Bundesländer

Ergebnispräsentation: Projekt iWAQS entwickelte Standards zur Durchführung und Evaluation der Wirkung von Integrationsmaßnahmen

Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz, machte in ihrem Grußwort deutlich: „Ich schätze an Ihrem Projekt besonders, dass Sie nach der Wirksamkeit von Integrationsprojekten fragen und dabei genau hinschauen, wie diese nachgewiesen werden kann. Das Besondere an Ihrem Projekt ist außerdem, dass Sie dies in einem breiten Beteiligungsprozess realisiert haben, so dass die praktischen Erfahrungen aus der Integrationsarbeit vieler Träger aus verschiedenen Lebens- und Handlungsbereichen einfließen können. Sie stoßen damit einen Prozess an, mit dem wir auch anderen Bundesländern Impulse geben können!“

„Ludwigshafen hat wieder einmal eine Vorreiterrolle eingenommen“, freute sich Beate Steeg, Dezernentin für Soziales und Integration der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Die beiden Politikerinnen nahmen Bezug auf das Projekt „iWAQS“. Nach elfmonatiger Projektzeit wurden nun in Ludwigshafen die Ergebnisse präsentiert. Die Abkürzung „iWAQS“ steht für „interkulturell – Wirksamkeit aufzeigen – Qualität verbessern – Standards definieren“. Ziel des Projekts war, Kriterien bzw. Standards zur Evaluation der Wirksamkeit von Integrationsmaßnahmen zu entwickeln, wobei Ludwigshafen als Modellstandort fungierte. Es wurde vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz gefördert.

Ludwigshafen: „Wie weit sind wir mit Integrationsmaßnahmen gekommen?“

Menschen aus 156 Nationen leben in Ludwigshafen, so Beate Steeg in ihrer Begrüßung, und „sie leben in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.“ Zur Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte gibt es in der Stadt zahlreiche Projekte und Initiativen. Angesichts der inhaltlichen und zahlenmäßigen Fülle dieser Projekte sei die Frage notwendig: „Wo stehen wir, und wie weit sind wir mit der Integration gekommen?“, so die Dezernentin weiter.

Vor diesem Hintergrund arbeiteten im Projekt iWAQS als Kooperationsprojekt der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz, der Integrationsbeauftragten der Stadt Ludwigshafen sowie dem Heinrich Pesch Haus zahlreiche Akteure zusammen: Mit Experten und Expertinnen aus vielfältigen Themenfeldern wie (Weiter)Bildung, Integration, Politik, Unternehmen, Musik, Medien, Migranten_innenselbstorganisationen, Jugend, Religion, Kultur, Ehrenamt, Beirat für Migration und Integration u.a. und Schlüsselpersonen. Ulrike Gentner, Direktorin Bildung im Heinrich Pesch Haus, dankte ihnen für ihr „zielorientiertes partizipatives Weiterentwickeln“ auch im Namen des Projektteams: Elisabeth Vanderheiden, Geschäftsführerin Katholische Erwachsenenbildung Rheinland Pfalz, Hannele Jalonen, /Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Tammo Grabbert, Projektkoordinator.

Es gelang den Teilnehmenden in fünf Workshops, Standards zum Nachweis der Wirksamkeit von Integrationsprojekten zu entwickeln. Davon können künftig Träger, politische Entscheidungsträger*innen und Verwaltung profitieren.

So ging es in den Workshop-Sitzungen unter anderem darum, einen umfassenden Integrationsbegriff zu finden. In der Definition von Integration taucht nun unter anderem die „chancengleiche Teilhabe aller Menschen auf“, die Projektpartner legen aber auch Wert darauf, Integration als einen Prozess sowie als einen Zustand und ein Ergebnis zu betrachten.

Erarbeitet wurden die Vorteile einer wirkungsorientierten Berichterstattung sowie die Grundlagen für diese Projektberichterstattung. Wirkung ist dabei zu verstehen als „individuelle und gesellschaftliche Veränderung in Folge von Projektleistungen. Wichtige Messgrößen dafür sind Input, Output, Outcome und impact. Dies bedeutet, dass die Leistung, die in eine Integrationsmaßnahme eingebracht wird (input), erfasst wird, die quantitative Betrachten von erbrachten Leistungen als Output, und danach – ganz entscheidend – inwieweit die Zielgruppe ihre Fähigkeiten, Handeln und Lebenslage verändert hat (Outcome) und schließlich, ob und inwieweit sogar eine Veränderung des Lebensumfelds oder der Gesellschaft stattgefunden hat (Impact).
Hannele Jalonen: „Für mich als Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigshafen ist es wichtig, dass die Wirkungsanalyse von Anfang an schon bei der Projektplanung mitgedacht wird. Dadurch wird eine wirkungsorientierte Berichterstattung erreicht und so können Integrationsmaßnahmen nachvollziehbar und transparent dargestellt werden. Davon profitieren sowohl der Fördergeber als auch der Antragsteller.“

Innovative Perspektiven

Exemplarisch berichteten vier Projektpartner_innen, wie sie die entwickelten Qualitätsstandards bzw. eine wirkungsorientierte Berichterstattung auf ihre Projekte hin anwenden.
Daher war es ein wichtiger Bestandteil des Projektabschlusses, dass die Teilnehmenden sich darüber austauschten, wie sie mit den Ergebnissen künftig weitermachen, wie sie Projekte anders denken, entwickeln, durchführen und dokumentieren können und präsentierten dazu einige innovative Perspektiven. „Ich freue mich sehr darauf,“ so Elisabeth Vanderheiden, Geschäftsführerin der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz: „dass wir bald Gelegenheit haben werden, die Standards im Feld einem Praxistest zu unterziehen und sie gemeinsam mit Partner*innen aus dem Ludwigshafener Vorläuferprojekt, aber auch mit ganz neuen Partnerorganisationen auf Landesebene ausprobieren und weiterentwickeln zu dürfen und so hoffentlich viele Projekträger im Land auch zukünftig dabei unterstützen zu können, einen substantiellen Beitrag zu gelingender Integration in Rheinland-Pfalz zu leisten.“

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