Vortrag und Gespräch über Buches „Die verratene Generation – Was wir Frauen in der Lebensmitte zumuten“

Die Situation der Frauen der „Babyboomer-Generation“

„Sie haben alles gegeben und bekommen nichts zurück.“ Diese Ansicht vertraten Kristina Vaillant und Christina Bylow bei der Veranstaltung Buches „Die verratene Generation – Was wir Frauen in der Lebensmitte zumuten“. Die Referentinnen sind Autorinnen des gleichnamigen Buches.Sie stellten ihre Sicht zu politischen Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte, dem ungerechten Renten- und Steuersystem und der Diskriminierung der Frauen, die älter als vierzig Jahre sind, vor.
Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ludwigshafen am Rhein und des Rhein-Pfalz-Kreises in Kooperation mit dem Heinrich Pesch Haus, Katholische Akademie Rhein-Neckar, luden aus Anlass des Internationalen Frauentages zu dieser sehr gut besuchten Veranstaltung ein.
Die vielen Frauen der starken Geburtenjahrgänge 1955-1970 – die Babyboomer – starteten als erste Frauengeneration Deutschlands mit einer guten Ausbildung und hochmotiviert in ein Leben, das ihnen gleiche Chancen und Rechte wie den Männern versprach, so die These.
Heute sind die Frauen der Babyboomer-Generation um die 50 Jahre alt und merken, dass der in Zukunft stehende Rentenbescheid ein großes Problem darstellen wird: Gut 40 Prozent der westdeutschen Frauen werden weniger als 600 Euro Rente im Monat bekommen. Auch ein Ausblick in die Zukunft, insbesondere auf die Wohnsituation im Alter, gebe bei steigenden Mieten und sinkenden Renten Anlass zur Sorge.
Die Gründe für die bevorstehende und drohende Altersarmut lägen darin, dass die Karrieren vieler Frauen dieser Zeit abrupt endeten, wenn sie Kinder bekamen, der Wiedereinstieg in den Beruf ihnen erschwert wurde und nach einer Scheidung sie die finanzielle Verantwortung für sich und ihre Kinder oft allein tragen mussten. Auch die immer unterschiedlichen Familienmodelle und das Leben als Alleinerziehende erhielten nicht die steuerliche und gesellschaftliche Wertigkeit, die dem klassischen Familienmodell – der Mann als Vollverdiener – zugesprochen wird.
Hier sei die Politik gefragt: Die Autorinnen fordern eine „Grundrente“ für alle, die Abschaffung des Minijobs und des Ehegattensplittings und vor allen Dingen eine breite gesellschaftliche Debatte. Denn die drohende Altersarmut und die Pflege der älteren Generation sei keine Privatangelegenheit, sondern betreffe die gesamte Gesellschaft.
In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum zeigte sich deutlich, dass die Unzufriedenheit vieler Babyboomer-Frauen sehr tief sitzt. Das überwiegend weibliche Publikum wünschte sich mehr als eine finanzielle Anerkennung der Kindererziehungszeiten für die Rente. Eine einfache „Mütterrente“ sei definitiv nicht ausreichend.
Kornelia Barnewald, Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Pfalz-Kreises

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