heinrich pesch siedlung

Stadtrat stimmt Bebauungsplan für Heinrich-Pesch-Siedlung zu – Konkrete Planung startet jetzt

„Die Idee ist 1a!“

„Jetzt geht die Fahrt los!“  Nachdem der Stadtrat in seiner Sitzung am 19. März 2018 einstimmig für die Heinrich-Pesch-Siedlung votiert hat, beginnen jetzt die konkreten Planungen. Bis 2024/25 sollen rund 1200 bis 1500 Menschen in diesem „urbanen Dorf“ nahe dem Heinrich Pesch Haus leben.

Noch in diesem Jahr soll die Erschließung für das rund zehn Hektar große Gebiet geplant werden; nächstes Jahr beginnen die Erschließungsarbeiten, parallel dazu können die Gewerbebetriebe  entlang der Frankenthaler Straße schon bauen.

Pater Johann Spermann SJ und Ulrike Gentner vom Direktorium des Heinrich Pesch Hauses sowie Ernst Merkel und Dr. Michael Böhmer als Verantwortliche für Planung, Finanzen und können ihre Ideen nun Wirklichkeit werden lassen. Neben baulichen Aspekten treibt sie derzeit vor allem die wohnsoziologische Dimension um.

Das Grundstück gehört dem Heinrich Pesch Haus und der Gesamtkirchengemeinde Ludwigshafen. Um die Nachfrage von Investoren, die hier bauen wollen, ist ihnen nicht bange. Mit Spannung erwarten sie aber, wer sich letztendlich als Mieter oder Wohneigentümer bewerben wird: „Wir wollen eine ausgewogene soziale Mischung“, betont Ulrike Gentner. Das bedeutet in Zahlen: etwa ein Viertel Menschen mit gutem Einkommen und Vermögen, ein Viertel Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf – etwa Alleinerziehende, Menschen mit Beeinträchtigung oder  Familien in schwierigen finanziellen Situationen – sowie die Hälfte Menschen mit mittlerem Einkommen, die relativ gut abgesichert sind. Deshalb wird es unterschiedlich große Ein- und Mehrfamilienhäuser für Eigentum und Miete geben. „Wer hier leben möchte, soll sich bewusst dafür entscheiden“, wirbt  Ulrike Gentner.

Gesucht: Engagierte Bewohner und Investoren

Geplant ist, die Baugrundstücke nicht zu verkaufen, sondern in Erbpacht abzugeben. Das hat aus Sicht von Dr. Michael Böhmer mehrere Vorteile: Für Familien ist der Baugrund leichter zu finanzieren, und bei einem Wechsel der Besitzer bleibt ein Mitspracherecht. Zudem fließen über die Erbpacht kontinuierlich Gelder, die unter anderem für den Betrieb eines Gemeinschaftshauses und die dauerhafte Beschäftigung eines Quartiersmanagers verwendet werden können.

Geplant ist auch, einen Verein zu gründen, in dem die Bewohner und Investoren Mitglied werden sollen. Die Mitgliedsbeiträge werden ebenfalls der dauerhaften Sicherung der sozialen Einrichtungen dienen; zudem sollen sich alle Beteiligten auch aktiv am Gelingen der Siedlung beteiligen – sei es durch einen Bewohnerrat oder auch durch tatkräftige Mitarbeit.

„Die Idee ist 1a!“

„Die Idee für die Siedlung ist 1a“, betont Ernst Merkel. Das beginnt bei der verkehrlichen Regelung, wonach das Gebiet „äußerst verkehrsarm“ sein soll; unterstützt wird dies durch ein zentrales Parkhaus und das Bemühen um eine neue Straßenbahnhaltestelle direkt am Wohngebiet. Ökologische Aspekte werden ebenso berücksichtigt wie auch eine „smart city“ geplant ist. Es wird ein Gemeinschaftshaus geben mit einer kleinen Kneipe, das Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet und Übernachtung für Besucher erlaubt. „Ich träume von einem hellen, einladenden Haus, das die Idee der gesamten Siedlung wiederspiegelt. Es soll ein Ort sein, an den die Menschen gerne kommen“, erzählt UIrike Gentner.

Eine Kindertagesstätte ist geplant, „christlich geprägt, aber offen für Menschen aus verschiedenen Kulturen“, und mittelfristig vielleicht auch eine Grundschule, „damit wir die Menschen entlang der Bildungskette begleiten können.“

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagt Johann  Spermann SJ  und meint damit ausdrücklich nicht nur die Betreuung von Kindern, sondern auch von pflegebedürftigen Familienangehörigen. Das benachbarte Heinrich-Pesch-Haus und die Familienbildung werden mit Bildungsangeboten unterstützen. Zudem wird das Projekt von der FH  Ludwigshafen am Rhein sowie der Philosophischen Hochschule in München wissenschaftlich begleitet.

Schrittweise geht es voran

Als nächster Schritt steht nun die Gründung einer Grundstücksgesellschaft an sowie die Vermarktung. „Viele Investoren haben schon ihr Interesse bekundet“, berichtet Ernst Merkel. Etliche Prüfungen und Gutachten stehen noch aus. „Die Planungskosten in Höhe von 500.000 bis 600.000 Euro sind finanziert, für die Erschließungskosten in Höhe von drei bis fünf Millionen Euro gibt es mehrere Modelle; aber sie werden finanzierbar sein“, ist Dr. Michael Böhmer sicher. Mehrere Büros werden angefragt für städtebauliche Ideen.

Nach der Erschließung 2019 kann dann abschnittsweise bebaut werden. 2024/25 kann die Heinrich Pesch Siedlung fertig gestellt und voll bezogen sein – und dann soll sie Bestand haben. „Wir planen hier für mindestens 99 Jahre – so lange besteht normalerweise auch ein Erbpachtvertrag“, lacht Merkel.

Bei der abgebildeten Grafik handelt es sich um einen ersten Entwurf.

brid /20.03.2018

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