Weihnachtsgruß von Pater Johann Spermann SJ und Ulrike Gentner

„Die Chance, weihnachtliche Menschen zu werden“

„Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ Lukas 2,6f

Um sich zu schützen, schauen viele Menschen bei Not weg wie die Herbergsleute, verwunden andere nach der Art des Herodes oder ignorieren ihr eigenes Wissen über die Not wie viele Menschen schon zur Zeit Jesu.

„Wer sich strikt vor Verwundungen schützt, braucht immer mehr Mauern, Rüstungen und Waffen. Dies macht vielleicht unangreifbar. Es macht aber auch unberührbar. Das Leben spielt sich draußen ab, wo man selbst nicht ist. Wer jedoch Hingabe wagt, kann das Geheimnis des Lebens erfahren.“ So schreibt Hildegund Keul in ihrem Buch über Weihnachten und das Wagnis der Verwundbarkeit.

Für sie macht die gewagte Hingabe das menschliche Leben human: Menschen, die sich – auch unter Gefahr – für den Frieden einsetzen; Menschen, die sich ganz uneigennützig für Opfer von Naturgewalten, Verfolgung und Migration einsetzen. Diese Formen der Hingabe bezeichnet sie als weihnachtliche Ereignisse.

Hingabe wagen, sich verletzlich machen, in der Hingabe das Scheitern riskieren, großzügig sein, miteinander teilen, Ausgeschlossene einbeziehen und das Leben feiern. In solchen Lebensweisen haben wir die Chance, weihnachtliche Menschen zu werden.

Von den Hirten auf dem Feld, von den Sterndeutern, von Josef und Maria und dann von Jesus selbst lässt sich lernen, was es heißt, dem Leben zum Leben zu verhelfen, den Menschen beizustehen, indem man sich hingibt und verletzlich macht. Das ist vermutlich auch der einzige Weg zu erfahren, was P. Delp dann so beschreibt: „Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.“
Wir danken Ihnen für das gemeinsame Reflektieren und Lernen in unseren Veranstaltungen und Projekten, die immer das Leben mit dem Spirituellen, das Politische mit dem Mystischen verbinden.
Uns allen wünschen wir, dass sich uns das Weihnachtsgeheimnis als das erschließt, was es sein will: intensiv, anrührend, ergreifend, lebenswandelnd und aktuell.

Gesegnete Weihnacht!

Johann Spermann SJ und Ulrike Gentner /18.12.2015

 

Bild: (c) Friedbert Simon/www.pfarrbriefservice.de

  • << Nov 2020 >>
    MDMDFSS
    26 27 28 29 30 31 1
    2 3 4 5 6 7 8
    9 10 11 12 13 14 15
    16 17 18 19 20 21 22
    23 24 25 26 27 28 29
    30 1 2 3 4 5 6
  • Initiative Transparente Zivilgesellschaft

    transparente_zivilgesellschaftpngSelbstverpflichtungserklärung (SVE) der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) >>mehr erfahren
  • Mahlze!t LU

      Seit dem 6. April bietet das Heinrich Pesch Haus jeden Tag eine warme Mahlzeit für bedürftige Menschen an. Da mit diesem Angebot aber Familien nicht erreicht werden, macht sich Mahlze!t LU nun auf den Weg >> erfahren Sie mehr
  • Ihr Klick bewirkt Gutes!

    Wenn Sie uns einfach und unkompliziert unterstützen wollen, dann können Sie das künftig über die beiden Portale „Schulengel“ und „Gooding“ tun. Bei beiden handelt es sich um ein Spendennetzwerk, dem sich viele Versandhändler angeschlossen haben. Die daran beteiligten Unternehmen zahlen für jeden Einkauf eine Provision – in unserem Fall für unsere Familienbildung im Heinrich Pesch Haus.