Veranstaltung beim Forum Katholische Akademie über bewussten Umgang mit Geld

… damit wir nicht zu Sklaven des Geldes werden

„Heiliger Mammon!-  Dieses Zitat stammt so natürlich nicht aus der Bibel“, erläuterte Dr. Thomas Steinforth, Bildungsreferent für Wirtschaftsethik im Heinrich Pesch Haus bei seinem Vortrag beim  Forum Katholische Akademie in Speyer. Ziel des Abends war, sich mit einem bewussten Umgang mit Geld auseinanderzusetzen.

Beim Ausruf „Heiliger Mammon!“ handelt es sich  um einen beliebten Ausruf der Comic-Figur Dagobert Duck, der vom amerikanischen Forbes-Magazin seit langer Zeit als „reichste fiktionale Figur der Welt“ geführt wird. Dagobert Duck, so Steinforth, sei interessant, weil er in karikierter und extremer Weise einen Umgang mit dem Geld verkörpere, den es in abgeschwächter Form auch bei Menschen gebe: ein übersteigertes „Begehren des Geldes“, in dem das Geld vom nützlichen Mittel zum Selbstzweck werde – „mit problematischen Folgen für den Menschen selbst wie für seine Mitmenschen.“

Steinforth erinnerte an Oswald von Nell-Breuning. Der Jesuit, Nationalökonom und Sozialphilosoph habe bereits deutlich gemacht, wie sehr das Geld „das Begehrungsvermögen locken“ könne und dass es dadurch gefährlich werden könne. Allerdings dürfe man das Geld auch nicht dämonisieren, so Steinforth. Als „geprägte Freiheit“ trage es dazu bei, sein Leben auf je seine Weise gestalten zu können. „Daher ist Einkommensarmut immer auch eine Einschränkung von Freiheit“, so Steinforth, und deshalb sei Verteilungsgerechtigkeit gerade auch mit Blick auf Geld so wichtig.
Wichtig für uns alle sei ein sehr bewusster Umgang mit dem Geld, damit der Mensch sein Geld besitze und nicht umgekehrt ein „Sklave seines Geldes“ werde, so Steinforth. Dabei berief er sich auf den Theologen Clemens von Alexandria. Er habe bereits im zweiten Jahrhundert Regeln für einen guten Umgang mit Geld und Reichtum aufgestellt.

Steinforth forderte aber auch politisch gesetzte Rahmenbedingungen und Anreizstrukturen. Sie müssten so gestaltet werden, „dass sie nicht die Gier nach dem Geld fördern und dass nur noch das zählt, was sich zählen lässt und was sich auszahlt“. Individualethische Appelle gegen die Gier reichten bei weitem nicht aus, so Steinforth, der kritisch hinterfragte, ob wir aus der Finanzkrise 2008 tatsächlich gelernt hätten.

Was bedeutet „Kirche für die Armen?“

In der Diskussion wurde vor allem das Verhältnis der Kirche zum Geld thematisiert. Die Forderung nach einer „armen Kirche für die Armen“ könne nicht bedeuten, sich als Kirche handlungsunfähig zu machen. Allerdings müsse die Kirche immer darauf achten, dass ihr Geld auf gerechte Weise erworben und im Sinne ihres Auftrags eingesetzt wird – also nicht zuletzt den Benachteiligten zugutekommt.

Das betreffe, so Steinforth, eine ethisch verantwortbare Geldanlage, die auf Kriterien wie Nachhaltigkeit und Fairness achte. Eine solche Haltung verbiete aber auch alle Versuche, die eigenen Kosten durch Billig-Einkauf-Strategien oder durch Lohn-Dumping im eigenen Bereich zu senken.

Im „Forum katholische Akademie“ arbeiten die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Speyer (KEB), die Dompfarrei Pax Christi in Speyer und das Heinrich Pesch Haus zusammen. Das Forum bemüht sich um einen Mix aus gesellschaftspolitischen, spirituell-theologischen und bistumsgeschichtlichen Themen. Die Veranstaltungen bieten Information, Diskussion und Begegnung.

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