Novizen Tobias B. Nickel und Christian Lischka auf Zeit im Heinrich Pesch Haus

„Da muss es noch mehr geben!“

Jesuit werden will gelernt sein! Aus diesem Grund bereiten sich junge Männer zwei Jahre lang auf den Eintritt in den Orden vor. Die Noviziatszeit hilft klären, ob man zum Leben als Jesuit berufen ist. Das Programm ist anspruchsvoll und setzt Flexibilität und Motivation voraus. Das erfahren im Moment auch Tobias B. Nickel und Christian Lischka. Die beiden verbringen einige Wochen im Heinrich Pesch Haus und absolvieren ein Pflegepraktikum in der BG Unfallklinik in Ludwigshafen.

„Experiment“ werden solche Praktika genannt, und als solches empfinden sie auch ihre Tätigkeit im Krankenhaus. „Von alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, ein Pflegepraktikum zu machen“, bekennt Christian Lischka, ein promovierter Biologe. Die Aufgabe  – „konkretes Helfen bei Menschen, die sich nicht helfen können“  – ist neu für ihn. Auch Nickel berichtet, dass das Praktikum erfordert, Grenzen zu überschreiten, und in der Folge „lernt man sich selbst von einer anderen Seite kennen.“

Wie Lischka ist auch Nickel Naturwissenschaftler: Er hat Physik studiert. Spätestens, als er seine erste Arbeitsstelle angenommen hatte, spürte er: „Das ist auf Dauer nichts für mich. Da muss es noch mehr geben!“ Mehr oder weniger schleichend ist bei beiden der Gedanke gereift, Jesuit zu werden – vielleicht gerade weil sie Naturwissenschaftler sind und das Bedürfnis verspüren, „das Geistliche mit dem Naturwissenschaftlichen zu verbinden“. Sie wehren sich dagegen, dass – schon von der Schule an – die Religion immer mehr „ins Irrationale abgedrängt wird, wo sie nicht hingehört!“

Beide haben in ihrem Leben gespürt, wieviel ihnen ihr Glaube geholfen hat, und das möchten sie weitergeben: „Gott suchen in einer ganz säkularen Umgebung und ihn finden, wo man ihn nicht vermutet“, das könnte ein Lebensinhalt werden. „Viele kirchlichen Formen sind dafür ungeeignet“, finden die beiden und vermuten, dass da viel Arbeit auf sie warten könnte. Gott lässt sich finden in den Naturwissenschaften, in Gesellschaft und Politik und vielen anderen Bereichen, sind sie überzeugt, aber: „Das ist nicht so leicht, wie man sich das vorstellt.“

Das Noviziat begann im September 2017; im Januar startete das erste Experiment, demnächst folgen die großen 30tägigen Exerzitien. „Das wird schon eine Herausforderung“; glauben die beiden, wenn sie sich „einlassen auf ein Leben mit dem Gebet“.
Aber auch das ist Sinn des Noviziats: „Damit am Ende eine tragfähige Entscheidung getroffen werden kann, muss Vieles kennengelernt und erprobt werden: Leben in Gemeinschaft, ignatianische Spiritualität, persönliches Gebet, Vergangenheit und heutige Situation des Ordens sowie Verfügbarkeit zur Sendung in eine konkrete Tätigkeit.“
Dafür steht den Novizen Pater Thomas Hollweck SJ als Novizenmeister zur Seite.

brid / 19.02.2018

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