2000 Menschen demonstrierten gegen rechtes Gedankengut

Bunte Luftballons und ein Friedensgebet

Mit einem friedlichen, bunten Fest antwortete Ludwigshafen auf den Aufmarsch des Vereins „Gemeinsam – Stark Deutschland“. „Wir sind in der Mehrheit“, rief Bürgermeisterin Dr. Eva Lohse den Teilnehmern zu: Auf dem Theaterplatz versammelten sich rund 2000 Menschen, die Hooligans vor dem Bahnhof brachten es nur auf 500.
Bunt waren die mehreren hundert Luftballons, die gegen 14 Uhr aufstiegen. Bunt waren aber auch die Fahnen und Transparente, die die Menschen auf dem Theaterplatz in eisiger Kälte schwenkten. Mitten drin drei Transparente der katholischen und evangelischen Kirche mit der Aufschrift: „Nächstenliebe kennt keine Grenzen“. Daran beteiligt: neben dem katholischen und protestantischen Dekanat das Heinrich Pesch Haus, das Caritas-Zentrum sowie die Verbände Kolping, BDKJ und KAB.
Zahlreiche Redner und Musiker sprachen sich auf der Bühne für Toleranz und Mitmenschlichkeit und gegen rechtes Gedankengut und Rassismus aus – darunter Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Ludwigshafens OB Lohse, der katholische Dekan Alban Meißner, seine protestantische Amtskollegin  Barbara Kohlstruck sowie Vertreter von anderen Religionsgemeinschaften.
„Liebe deinen Nächsten, er ist wie du“, zitierte Dekan Meißner: Jeder Mensch habe von Gott die gleiche Würde erhalten. Er sieht die Kirchen in der Verantwortung als Dialogpartner, wenn Menschen ausgegrenzt werden, „und das gilt vor allem für Menschen jüdischen Glaubens und Muslime.
Barbara Kohlstruck nannte zahlreiche Lebensbereiche, in denen Christen auf Menschen anderer Religionen treffen, „und das ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung!“ Die Kirchenglocken, die um 14 Uhr in ganz Ludwigshafen läuteten, seien auch keine Machtdemonstration der Kirchen, sondern eine Mahnung, betonte sie.
Oberbürgermeisterin Lohse nannte das Fest „die Antwort auf die Chaoten, die unser friedliches Miteinander bedrohen“, und Ministerpräsidentin Malu Dreyer bezeichnete es als ein Signal, „dass wir stolz sind auf unsere Vielfalt.“
Sie räumte ein, dass die Unterbringung von Flüchtlingen eine große Herausforderung für den Bund, das Land und die Kommunen sei; sie sagte zu, dass das Land bei der Bewältigung dieser Aufgabe die Kommunen nicht allein lassen werde, und dankte all denen, die sich jetzt schon für die Flüchtlinge engagieren. Einzelne Gruppierungen, die viel ehrenamtliches Engagement zeigen, präsentierten ihre Arbeit und ihre Motivation ebenfalls auf der Bühne.
Ein gemeinsames Friedensgebet auf dem Lutherplatz war neben den aufsteigenden Ballons ein weiteres eindrückliches Zeichen dafür, dass Ludwigshafen auch in Zukunft „bunt statt braun“ bleiben soll.

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