Podiumsdiskussion über das Leben mit einem behinderten Kind - begleitende Ausstellung "Madonna" bis zum 24. April 2017 im HPH

Provokative Frage nach dem Schutz des Lebens

„Muss das heute noch sein?“ – Hinter dieser provokanten Frage steckte ein Podiumsgespräch der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind und des ZEFOG des HPH am Montag, 13.03.2017, ab 18 Uhr. Thema war das Leben mit einem behinderten Kind.

„Wir erleben eine gegensätzliche Entwicklung“, sagt Dr. Jonas Pavelka, Leiter des ZEFOG: Einerseits humangenetische Erkenntnisse und vielfältige Diagnoseinstrumente bereits während der Schwangerschaft, mit der viele Krankheiten eines noch ungeborenen Kindes erkannt werden können. Andererseits das Bemühen um Inklusion und Teilhabe. Wächst der Druck auf Eltern, eine Schwangerschaft zu beenden, wenn ihr Kind mit großer Wahrscheinlichkeit behindert zur Welt kommen wird? Wie geht die Gesellschaft mit diesen Eltern und ihrem Kind um, welche Unterstützung erhalten sie tatsächlich? „Die Frage, die diese Veranstaltung stellt, ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen“, räumt Pavelka ein – umso wichtiger sei es, das Thema differenziert zu betrachten, ohne Vorverurteilung.

Die Fragen wurden beim Gespräch aus drei verschiedenen Positionen beleuchtet: Der Soziologe Prof. Dr. Werner Schneider zeigte die gesellschaftliche Haltung in den vergangenen 30 Jahren auf; der Moraltheologe Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff versuchte ethische und theologische Antworten zu formulieren und geht dabei unter anderem auf das Menschen- und Gottesbild ein; Barbara Jesse, Vorsitzende des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz berichtete aus Sicht einer Betroffenen.

Nach den Eingangsstatements dieser drei Referierenden war Zeit für eine Diskussion, bevor Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann sein Schlusswort formulierte.

Die Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind wurde im Jahr 1999 gegründet. Zu ihren Aufgaben gehören die Unterstützung der katholischen Schwangerschaftsberatung und die Sensibilisierung für die Würde der Frau sowie der Schutz des ungeborenen Lebens. Im Hinblick auf Bewusstseinsbildung sind solche Diskussionsabende zu verstehen, die die Stiftung jährlich mit dem HPH organisiert. „Die Gesellschaft muss sich mit Themen wie Krankheiten und Einschränkungen auseinandersetzen und sich fragen lassen: Wie gehen wir damit um?“, fordert Markus Trescher, Vorsitzender der Stiftung.

Auch das ZEFOG, so Dr. Jonas Pavelka, setzt sich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein und ermöglicht die Reflexion von ethischen Fragen in Medizin und Pflege.

Am Veranstaltungsabend wurde zugleich die Ausstellung „Madonna“ eröffnet. Sie besteht aus Fotografien der Künstlerin Barbara Stenzel, aus Gemälden und biografischen Texten. Im Zentrum stehen allein erziehende Mütter mit ihrem behinderten Kind. Die Ausstellung ist in einem zwei Jahre andauernden intensiven Prozess entstanden und ist bis 24. April im HPH zu sehen.

Foto ©: Barbara Stenzel, aus der Ausstellung „Madonna“.

Mehr über die Künstlerin auf http://www.barbarastenzel.de

brid /07.03.2017
kn 13.03.2017

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